Heinisch-Hosek: Weichen für gemeinsame Zukunftsprojekte sind gestellt

Bundesregierung beschließt 6-Punkte-Programm  

„Die Regierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem wir unser gutes Schulsystem weiterentwickeln werden. Dabei geht es um bessere Chancen und um mehr Qualität für alle Kinder“, erklärt Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei der Pressekonferenz am Samstag. Bei der Präsentation des 6-Punkte-Porgramms betont die Bildungsministerin, dass es zugängliche und qualitative Bildungsangebote in allen Lebensabschnitten brauche, weshalb das 6-Punkte-Programm vom Kindergarten über die Schule bis zur Erwachsenenbildung reiche.

Wir heben die Grenzbalken zwischen Kindergarten und Schule

Damit alle Kinder von Anfang an gerne in Schule gehen, sei es wichtig, sie gezielt zu fördern und bestmöglich in die Schule hineinzubegleiten, so Heinisch-Hosek. „Wir starten schon heuer, im Schuljahr 2014/15, an 35 Standorten mit der neuen Schuleingangsphase mit klaren Bildungszielen und einer wissenschaftlichen Evaluierung, die flächendeckende Umsetzung soll im Schuljahr 2016/17 erfolgen.“  In der Schuleingangsphase, das letzte verpflichtende Kindergartenjahr und die ersten beiden Volksschuljahre, rücken Kindergarten und Volksschule enger zusammen, damit der Bildungsstart für jedes Kind optimal verläuft. Durch die enge Zusammenarbeit der Pädagogen/innen und den gemeinsam gestalteten Übergang werden Eltern und Kinder pädagogisch begleitet und Angebote der Beratung zur Verfügung gestellt.  

Fokus Sprachförderung von Anfang an

„Jedes Kind soll dem Regelunterricht folgen können. Deshalb wollen wir so früh wie möglich Maßnahmen setzen, um die Entwicklung der Sprach- und Lesekompetenz zu unterstützen“, so Heinisch-Hosek. Eine nachhaltige, durchgängige Förderung beginne bereits im Kindergarten und müsse in der Schule fortgesetzt werden. „Deutsch als Bildungssprache“ solle gefestigt werden, gleichzeitig sei das Potential der Mehrsprachigkeit zu berücksichtigen. Insgesamt investiere die Bundesregierung 45 Millionen Euro in diesem Bereich (BMBF: 25 Mio. für Sprachförderkurse an Schulen, BMEIA: 20 Mio. für Sprachförderung im elementarpädagogischen Bereich). Zur Bündelung und Weiterentwicklung von Maßnahmen im Bereich der Leseförderung erstellt das Bildungsministerium einen “Österreichischen Leseplan“.  

Mehr Autonomie für Schulen

Schulen haben bereits jetzt einen breiten Spielraum, das pädagogische Geschehen in eigener Verantwortung zu gestalten, erklärt Heinisch-Hosek, viele würden diesen Spielraum aber noch zu wenig nutzen. „Mit diesem Programm stärken wir die Schulautonomie, damit dort wo Bildung jeden Tag gelebt wird, es mehr Entscheidungsspielraum gibt“, so Heinisch-Hosek. Konkret solle es die Möglichkeiten zum Blocken von Stunden geben – dazu gehöre auch eine flexible Pausengestaltung und weg von der starren 50-Minuten-Einheit. Das Programm „get your teacher“ werde ausgebaut, um den DirektorInnen mehr Mitsprache bei der Auswahl der LehrerInnen zu geben. Die Schulen sollen in Zukunft mehr Möglichkeiten zur Profilbildung der Schulen erhalten, in der NMS solle die Doppelbesetzung auch in anderen Fächern als in den Hauptfächern möglich sein (bei gleichbleibender Zahl an Stunden). „Mehr Freiraum für die, die am besten wissen, worauf es in der Schule ankommt“, betont die Bildungsministerin. 

Noch mehr Qualität für die ganztägige Schule

Die Bundesregierung investiert bis 2018/19 insgesamt 800 Millionen Euro in den Ausbau der ganztägigen Schulformen, bis dahin soll für jedes dritte Kind ein Schulplatz zur Verfügung stehen. „Mit dem Offensivpaket, wollen wir die Qualität dieser Schulform für Eltern und Kinder nochmals erhöhen“, so Heinisch-Hosek. Geplant sei, Qualitätskriterien zu Zielen und Aufgaben der Lernzeit und zur Ausgestaltung der Freizeit festzulegen, die Qualitätskontrolle werde in Zukunft die Schulaufsicht übernehmen. In Zukunft soll es möglich sein, dass über die Dauer und Häufigkeit von Exkursionen, Projekttagen und mehrtägigen Veranstaltungen verstärkt am Standort entschieden werde.   

Jeden Tag Bewegung – in der ganztägigen Schule

„Kinder brauchen Bewegung und Kinder, die sich viel bewegen, lernen auch leichter. Wir werden daher in einem ersten Schritt die tägliche Turnstunde in der ganztägigen Schule umsetzen“, so die Bildungsministerin, die erklärt, dass es zusätzlich zu den regulären Turnstunden, einen Schwerpunkt im Freizeitteil auf Sport und Bewegung geben werde. „Wir öffnen die Schulen für TrainerInnen aus Vereinen und nutzen ihre Kompetenzen für die Freizeitbetreuung der Kinder“, so Heinisch-Hosek. Für diese Maßnahmen werden 10 Millionen Euro (aus dem 15a zu ganztägigen Schulen) aufgewendet.  

Initiative Erwachsenenbildung – Lernen hört nicht nach der Schule auf

Die „Initiative Erwachsenenbildung“ werde für die nächsten 3 Jahre fortgeführt, so Heinisch-Hosek. „Ziel ist, den Anteil an gering qualifizierten Personen im erwerbsfähigen Alter nachhaltig zu senken. Damit verbessern wir die beruflichen Chancen und Perspektiven von Personen, die eher wenig qualifiziert sind“, das habe sich gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewährt, so die Bildungsministerin. Hier sei Österreich auch international Vorreiter.  

„Mit der heutigen Einigung hat sich eine Tür geöffnet und ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer neuen Form der Bildungspolitik kommen werden“, so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek abschließend.  

Details zum 6-Punkte-Programm finden Sie hier

Wien, 27.09.2014

Geändert am: 19.02.2015

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