MINT-Gütesiegel holt Vorzeigeschulen mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt vor den Vorhang

Gemeinsame Initiative von Bildungsministerium, Industriellenvereinigung, Wissensfabrik Österreich und Pädagogische Hochschule Wien.

„Wissbegierde und Forschergeist sind wichtige Triebfedern für das Lernen und die spätere berufliche Karriere. Engagierte und gut ausgebildete junge Menschen im Bereich Naturwissenschaft, Informatik und Technik sind der Grundstein für den Wirtschaftsstandort Österreich“, sagt Bildungsministerin Dr.in Sonja Hammerschmid bei der Auftaktpressekonferenz der MINT-Initiative, die vom Bildungsministerium, der Industriellenvereinigung, der Wissensfabrik – Unternehmen für Österreich und der Pädagogischen Hochschule Wien getragen wird.

Neue Technologien und die zunehmende Digitalisierung bergen große Chancen, sie verändern unsere Welt aber auch immer rascher. Die Schulen seien gefordert, auf diese Veränderungen zu reagieren, insbesondere durch eine Schwerpunktbildung im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). „Das Schulautonomiepaket schafft den notwendigen Spielraum dafür. Mit dem heute ausgeschriebenen MINT-Gütesiegel bieten wir gemeinsam mit der Industrie nun ein Werkzeug für die Praxis an, um diesen Gestaltungsraum mit Leben zu erfüllen. Mir geht es darum, Mädchen ebenso wie Burschen möglichst früh für Zukunftsthemen zu begeistern“, so Hammerschmid. Die bestehenden MINT-Projekte wie IMST („Innovationen Machen Schulen Top“), Wettbewerbe wie „Jugend Innovativ“ und Kooperationen wie Sparkling Science, Lange Nacht der Forschung unterstützen bereits bisher dabei.

Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, unterstrich das Engagement der IV für Bildung, „die für uns in allen Bereichen und Disziplinen die Grundlage für Demokratie, Wohlstand und die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist“. Gerade in den MINT-Disziplinen gebe es jedoch Aufholbedarf. Noch immer hätten hier acht von zehn Unternehmen Probleme bei der Stellenbesetzung. Zwei Drittel des heimischen Wohlstandes würden jedoch auf Forschung und Technologie basieren. Auch global steige das Bildungsniveau „und damit auch der internationale Wissenswettbewerb, in dem sich jeder einzelne Mensch befindet. Die Jobchancen in MINT-Fächern sind höher, als in anderen Bereichen – allein bis 2020 könnten hier bis zu 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Einstiegsgehälter sind höher, die Karrierechancen größer“, so Kapsch. Doch viel zu oft würden jene Möglichkeiten ungenützt bleiben. „Begeisterung für das Thema – schon im Elementarbereich – ist und bleibt daher der wesentliche Hebel“, so der IV-Präsident. Die bisherigen MINT-Förderprogramme würden bereits zu greifen beginnen, „und wenn wir hier noch mehr tun, dann wird sich das langfristig auch positiv auf die Arbeitslosenzahlen auswirken“. Insgesamt brauche es in Österreich mehr als bisher eine technologieinteressierte und -offene Geisteshaltung. MINT trainiere logisches, faktenbasiertes Denken, „was in einem ‚postfaktischen Zeitalter‘, in dem wir uns leider gerade befinden, umso wichtiger ist“, unterstrich Kapsch die gesellschaftspolitische Bedeutung der gemeinsamen Initiative.

„Mit dem MINT-Gütesiegel bieten wir interessierten Schulen genau dazu eine Möglichkeit an“, sagte Dr. Klaus Peter Fouquet, Präsident der Wissensfabrik Österreich und Alleinvorstand der Robert Bosch AG in Österreich. „Wir laden alle Schulen – von der Volksschule bis zur maturaführenden Schule – in ganz Österreich ein, bei der Ausschreibung bis 31. Jänner 2017 mitzumachen.“ Bewerben können sich die Schulen über das neue Onlineportal www.mintschule.at, wo auch alle relevanten Informationen zum MINT-Gütesiegel angeführt sind. „Bei der Bewerbung ist wichtig, den heute schon gelebten MINT-Spirit an den Schulen darzustellen“, so Fouquet. Insbesondere die Verankerung von MINT im Schulprofil, anwendungsorientiertes und forschendes Lernen, die Einbeziehung außerschulischer Lernorte wie innovativer Unternehmen oder Hochschulen, die MINT-Förderung von Mädchen und Burschen, die Einbeziehung der Berufswelt in MINT oder die Professionalisierung der MINT-Pädagoginnen und –Pädagogen. Die eingereichten Bewerbungen werden von einer Fachjury geprüft. Im Mai 2017 werden jene Schulen mit besonders innovativem und begeisterndem Unterricht in den MINT-Fächern im Rahmen einer Festgala ausgezeichnet. „Diese MINT-Schulen bekommen das Gütesiegel für drei Jahre verliehen und können es im Außen- und Innenauftritt verwenden“, so Fouquet.

Die Rektorin der Pädagogischen Hochschule (PH) in Wien, Mag. Ruth Petz, betonte die entscheidende Rolle der Lehrerinnen und Lehrer für die Gestaltung eines begeisternden MINT Unterricht. Allerdings können sie diese herausfordernde Aufgabe nur dann optimal leisten, wenn sie durch entsprechende Maßnahmen und Rahmenbedingungen (Arbeitsumfeld, Schulleitung, passende Weiterbildungsangebote) unterstützt werden. Deshalb werde gegenwärtig ein Unterstützungsprogramm konzipiert, das interessierte Schulen auf dem Weg zum MINT-Gütesiegel begleiten soll. „Das MINT-Coaching ist für jene Schulen gedacht, die am Gütesiegel interessiert sind und im Rahmen der Schulentwicklung einen Schwerpunkt im Bereich Naturwissenschaft und Technik setzen wollen.“ Gemeinsam mit weiteren Pädagogischen Hochschulen werde an einem Schulentwicklungsprogramm gearbeitet, in einer Pilotphase an ausgewählten Schulen erprobt und evaluiert. Nach dieser Startphase werden mit Beginn des Schuljahres 2017/18 österreichweit schulinterne Fortbildungen zum MINT Gütesiegel und Möglichkeiten zur Vernetzung von MINT-Schulen in die Weiterbildungsangebote der Pädagogischen Hochschulen übernommen.
„Es geht uns nicht nur darum, die nächste Generation von Wissenschafter/innen und Techniker/innen sicherzustellen. Wir sind überzeugt, dass alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig der weiteren Studien/Berufswahl - ein naturwissenschaftlich-technisches Grundverständnis benötigen, um an der Diskussion gesellschaftsrelevanter Fragestellungen wie Klimawandel oder Energiewende teilhaben zu können“, sagte die Rektorin.

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Rückfragen & Kontakt:

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Industriellenvereinigung (IV)
Dr. Raphael Draschtak
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r.draschtak@iv-net.at

Wissensfabrik – Unternehmen für Österreich
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Wien, am 14. November 2016

Geändert am: 14.11.2016

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