Umsetzung

Schulische Umsetzung

Dem breiten Ansatz von ibobb entsprechend erfolgt die schulische Umsetzung  in mehreren gut aufeinander abgestimmten Bereichen. Wichtige Elemente sind:  

Standortbezogenes Umsetzungskonzept: Auswahl und Gestaltung der standortspezifischen Ansätze und Maßnahmen im Bereich ibobb, Koordination ihres zeitlichen und inhaltlichen Zusammenwirkens, ihre Dokumentation, Evaluation und regelmäßige Weiterentwicklung

Breite Umsetzung: Thematisierung und Bearbeitung der Bildungs- und Berufsorientierung auf mehreren Ebenen: im Unterricht der Pflichtgegenstände, in der verbindlichen Übung, in Projekten und Realbegegnungen, durch Information und Beratung

Unterricht: Aufbau der entsprechenden Kompetenzen in allen Unterrichtsgegenständen. Zusätzlich in der 7. und 8. Schulstufe ein Schwerpunkt durch die verbindliche Übung „Berufsorientierung“ sowie in den beiden letzten Schuljahren von AHS und BHS durch das Programm „18plus“ 

Realbegegnungen: Berufspraktische Tage bzw. Wochen, Betriebserkundungen und/oder Exkursionen zu Bildungseinrichtungen, Besuch von Informations- und Beratungszentren

Individualisierte didaktische Umsetzung: Konkretes Eingehen auf die Situation der einzelnen Schüler/innen und Begleitung im persönlichen Prozess

Methodenvielfalt: Bewerbungstrainings, persönlichkeitsbildende Übungen, Erstellen eines Stärkenportfolios etc.

Einbeziehen der Eltern/Erziehungsberechtigten als Partner/innen: Arbeit mit Erziehungsberechtigten als wesentlichen Teil schulischer Berufsorientierung verstehen

Schülerberater/innen: Vermittlung von Information sowie individuelle Beratung von Schüler/innen und Erziehungsberechtigten im Bildungs- und Berufswahlprozess gewährleisten  www.schulpsychologie.at/schuelerberatung

Kooperation mit externen Expert/innen: Für Schüler/innen, die sich im letzten Pflichtschuljahr in Gefahr befinden, den Übergang in eine weitere Ausbildung von sich aus nicht zu schaffen, gibt es das Betreuungsangebot durch Jugendcoaches (www.bmb.gv.at/jugendcoaching).
Für besonders schwierige Entscheidungssituationen kann auch professionelle psychologische Beratung durch Schulpsycholog/innen gesucht werden (www.schulpsychologie.at).
Weitere schulexterne Angebote findet man z.B. in den Berufsinformationszentren.

Details und Konkretisierungen zu einzelnen Aspekten finden sich im Rundschreiben 17/2012: Maßnahmenkatalog im Bereich ibobb in der 7. und 8. Schulstufe.  

Unterlagen und Materialien

Es gibt eine Fülle an Materialien für den Berufsorientierungsunterricht. Im Folgenden einige ausgewählte Hinweise zu Materialien und Themensammlungen:

Das BMB hat einen Überblick über Laufbahngestaltungskompetenzen erstellt, samt Vorschlägen einer Zuordnung zu Unterrichtsgegenständen. Geeignet z.B. als Planungsunterlage am Beginn des Schuljahres. 

Recherche vorhandener Materialien in der Bildungs- und Berufsberatung: Im Rahmen eines Projekts wurde eine Übersicht über bereits vorhandene Informations- und Arbeitsmaterialien erstellt. (Broschüre plus Tabelle für rascheres Suchen mit Filtern

Schulportal für „Berufsorientierung / ibobb“ (www.schule.at/ibobb): In diesem Online-Portal findet sich eine große Sammlung an Tipps für den Unterricht, konkreten Materialien, spezifischen Veranstaltungshinweisen und praktischen Themensammlungen wie z.B.:

„Wege zu meiner Karriere“: In diesen vier Broschüren finden sich eine Vielzahl an Arbeitsblättern sowie lehrplanorientierte Unterrichtsvorschläge

„My future - Schritt für Schritt zum Wunschberuf“: In dieser Mappe der Arbeiterkammer OÖ mit einer Vielzahl an Arbeitsblättern wird der Blick von Schülerinnen und Schülern auf ihre Stärken, Talente und Interessen gelenkt.
„My future - Schritt für Schritt zum Wunschberuf“

Die Dokumentation des Berufsorientierungsprozesses ist ein wichtiger Aspekt zur Sicherung bereits erlangter Erkenntnisse und Ergebnisse. Portfolios können ein anschauliches Instrument für diese begleitende Dokumentation im Unterricht sein. Im Folgenden einige Beispiele aus der schulischen Praxis:

  • Im Projekt „KL:IBO - Kompetenzlernen durch Individualisierung und Berufsorientierung“ wurde ein Stärkenportfolio als Grundlage für das persönliche Stärkenprofil von Schülerinnen und Schülern erarbeitet. 
  • Der Kom:pass dient Schülerinnen und Schülern der AHS-Unterstufe zur Ergebnissicherung. Die 16 Blätter ergeben gefaltet und geheftet eine A5-Broschüre (Kompass)
  • Im BO-Pass für NMS und AHS können Erfahrungen und Fortschritte dokumentiert werden. Er kann im Rahmen der Schulbuchaktion bestellt werden. (BO-Pass)

Speziell für die Informations- und Beratungstätigkeit der Schülerberater/innen:

Weitere nützliche Links zu Informationen, Veranstaltungen u.a. rund um das Thema Beruf und Bildung:

Praxiserfahrungen

Praxiswissen und –bezug sind wichtige Aspekte im Berufswahlprozess. Daher liegt auch in der schulischen Berufsorientierung ein Schwerpunkt auf Praxiserfahrungen.

Realbegegnungen: In diesen berufspraktischen Veranstaltungen wird es Schüler/innen ermöglicht ihr Wissen über konkrete Berufe, Formen beruflichen Alltags, aber auch (weiterführende) Ausbildungseinrichtungen zu vertiefen. So können sie z.B. in berufspraktischen Tagen bzw. Wochen Betriebe oder Ausbildungseinrichtungen kennenlernen, Informationszentren oder –messen besuchen und mit beruflichen Role Models sprechen. Die Rahmenbedingungen für Realbegegnungen finden sich hier: Realbegegnungen kompakt 

Werkunterricht: Dieser ermöglicht es, im schulischen Unterricht praktische Erfahrungen in handwerklichen Tätigkeiten zu sammeln. Über geschlechterrollenstereotype Grenzen hinweg können die Schüler/innen im Werkunterricht vielfältige Inhalte, Techniken, Materialien und Problemstellungen bearbeiten. Auf diese Weise können sie ihre Berufswahlspektren erweitern. Nähere Informationen zum Werkunterricht finden sich in „Vielfältig Werken“. 

Arbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten

Eltern und Erziehungsberechtigte beeinflussen die Berufs- und Bildungswahl ihrer Kinder sehr stark. Daher ist es wichtig sie in den Berufsorientierungsprozess einzubeziehen. Sie benötigen aktuelles arbeitsmarktrelevantes und gesellschaftspolitisches Wissen, denn damit können sie die Jugendlichen optimal in ihren Strategien unterstützen und über traditionelle Geschlechterrollenstereotype hinweg fördern.

Unterstützung bzw. Anregungen für die Arbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten finden sich im Themenschwerpunkt BO und Elternarbeit im ibobb-Portal. 

Nachhaltigkeit

Die Schulaufsicht hat bundeslandspezifisch Konzepte entwickelt um die Nachhaltigkeit der ibobb-Maßnahmen zu gewährleisten. Eine bundesweite Abstimmung dieser Konzepte erfolgt in regelmäßigen Vernetzungstreffen.

Evaluation:

Im Jahr 2010 wurde mittels Online-Umfrage, Schulleiterbefragung und Interviews erhoben, inwieweit der beabsichtigte Ausbau der Berufsorientierung greift. Dabei hat sich u.a. gezeigt, dass es wichtig ist zu beachten, dass  

  • die Aufgabe der Koordination wirklich der nötigen Managementaufgabe gerecht wird und nicht zur Serviceleistung für die Lehrkräfte (Organisation der Realbegegnungen, Bereitstellung von Materialien und Unterlagen u.Ä.) gerät,
  • das standortspezifische Umsetzungskonzept aussagekräftig die konkreten Maßnahmen samt Zielsetzung, mittelfristiger Entwicklungsperspektive und Evaluationsvorhaben darstellt,
  • der Zweck der Dokumentation der Maßnahmen – Nachvollziehbarkeit für Schüler/innen und Eltern, Abstimmung zwischen den beteiligten Lehrkräften – wirklich erreicht wird,
  • auch an AHS-Standorten mit Langform die Relevanz der Berufsorientierung (in der ja die Bildungswegorientierung inkludiert ist) für die eigene Schulart erkannt wird. 

Geändert am: 17.10.2017

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