750 Millionen für den Ausbau von ganztägigen Schulformen

Die Vorteile der Ganztagsschule  

Besserer Lernerfolg, weniger Sitzenbleiber

Gute Ganztagsangebote stärken die Motivation der Schülerinnen und Schüler, bieten mehr Raum für soziales Lernen – die Schulnoten werden besser, die Zahl der Sitzenbleiber ist deutlich geringer – ohne Ganztagsbetreuung wiederholen Schülerinnen und Schüler 6 mal so oft. 

Grafik: Anteil der Klassenwiederholungen

Weniger Lernaufwand, weniger Kosten für Nachhilfe

2015 gaben Eltern 110 Millionen für Nachhilfe aus. Wenn ganztägige Schulformen besucht werden, wird eine kostenpflichtige Nachhilfe um 20% weniger in Anspruch genommen. Das ist uns wichtig. Die Chancen der Kinder sollen unabhängig davon sein, was eine Familie sich leisten kann. 

Beruf und Familie besser vereinbaren – mehr Jobchancen für Frauen

In Österreich arbeitet rund die Hälfte der Frauen Teilzeit. 49 % von ihnen geben dafür als Grund Betreuungspflichten oder andere familiäre Gründe an (2015).[1] Mehr als jede dritte erwerbstätige Person (38%), die Kinder zwischen 0 und 12 Jahren betreut, wünscht sich ein ganztägiges Betreuungsangebot. Aber nur 8% dieser Befragten haben eine institutionelle Ganztagsbetreuung für ihre Kinder.[2]  Das heißt: Angebot und Nachfrage klaffen auseinander.  

Die Zahlen zeigen: Je größer das Angebot an ganztägigen Schulformen, desto mehr Frauen arbeiten in Vollzeit.   

Ganztägige Schulformen und Betreuungsangebote ermöglichen daher gerade Frauen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Schulische Ganztagesangebote und Vollzeitquote von Frauen mit Kindern (GTS=Ganztagsschule; VZ=Vollzeit)

(GTS=Ganztagsschule; VZ=Vollzeit)

Ausbau der Ganztagsschule bringt mehr Jobs

Öffentliche Investitionen in ganztägige Schulen schaffen bis 2025 rund 25.000 neue Jobs. Diese Investitionen zahlen sich wirtschaftlich sogar doppelt aus: Erstens, weil neue Arbeitsplätze geschaffen werden und zweitens, weil Eltern eine Arbeit annehmen oder von Teilzeit auf Vollzeitarbeit umsteigen können. 

Österreich muss bei der Ganztagsschule aufholen

Österreich konnte zwar den Anteil der in ganztägigen Schulformen betreuten Kinder in den letzten Jahren erheblich steigern (Verdoppelung von 11% auf 22% in den letzten 8 Jahren), aber Länder wie Deutschland liegen noch immer weit vorn.  

Deutschland hat mit 39% Ganztagsschulplätzen fast doppelt so viel Angebot wie Österreich. In Deutschland geht der Ausbau rapide voran. In den meisten Ländern Europas ist die Ganztagsschule längst der Regelfall. Österreich muss auf- und nachholen.


[1]

Statistik Austria: Teilzeiterwerbstätige (ILO) nach Grund für Teilzeitarbeit, Alter und Geschlecht - Jahresdurchschnitt 2015

[2]

L & R Sozialforschung: Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung - betriebliche Rahmenbedingungen aus Sicht berufstätiger Eltern

Geändert am: 18.07.2016

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