Chancengerechtigkeit für alle: Ausbau der Ganztagsschule 

Mädchen mit halbem Globus

Keine halben Sachen!

750 Millionen bis zum Jahr 2025 im Rahmen des Bildungsinvestitionsgesetzes für den Ausbau ganztägiger Schulformen zur Schaffung eines österreichweiten Angebots an Ganztagsschulen im Umkreis von maximal 20 km zum Wohnort und zur Erhöhung der Betreuungsquote von 20 auf 40 Prozent.

Keine halben Sachen!


Die Bundesregierung hat am 12. Juli 2016 im Ministerrat den wichtigen Beschluss für die Investition von 1 Milliarde Euro zusätzlichem Geld in Bildung und Forschung – davon 750 Millionen für den Ausbau der ganztägigen Schulformen  - als entscheidende Zukunftsinvestitionen gefasst. 

Mit Inkrafttreten des Bildungsinvestitionsgesetzes am 1.9.2017 wird dieser Betrag bis 2025 in den Ausbau der ganztägigen Schulformen investiert. Bis zum Schuljahr 2018/19 werden außerdem weiterhin jährlich 160 Mio EUR aus den 15a-Vereinbarungen mit den Ländern zum Ausbau der ganztägigen Schulformen zur Verfügung stehen.

Das Ziel: Ein Angebot für jedes Kind

Grafik: Verdoppelung des Anteils von SchülerInnen in Ganztagsschulen

Ziel der Bundesregierung ist, bis 2025 für Schülerinnen und Schüler eine Betreuungsquote von 40% in ganztägigen Schulformen zu erreichen. Für jede Familie soll es möglich sein, dass ihre Kinder in einem Umkreis von nicht mehr als 20 km vom Wohnort eine ganztägige Schule in jedem Schultyp besuchen können – ein Angebot für alle, die es wollen. 

Österreich muss bei der Ganztagsschule aufholen

Österreich konnte zwar den Anteil der in ganztägigen Schulformen betreuten Kinder in den letzten Jahren erheblich steigern (von 11% im Jahr 2008 auf 23% im Jahr 2017), aber Länder wie Deutschland liegen noch immer weit vorn und erreichen eine Betreuungsquote, die fast doppelt so hoch ist wie in Österreich. In den meisten Ländern Europas ist die Ganztagsschule längst der Regelfall. Österreich muss auf- und nachholen.

Die Vorteile der Ganztagsschule

Besserer Lernerfolg, weniger Sitzenbleiber

Gute Ganztagsangebote stärken die Motivation der Schülerinnen und Schüler, bieten mehr Raum für soziales Lernen – die Schulnoten werden besser, die Zahl der Sitzenbleiber ist deutlich geringer – ohne Ganztagsbetreuung wiederholen Schülerinnen und Schüler 6 mal so oft. 

Anteil der Klassenwiederholungen

Weniger Lernaufwand, weniger Kosten für Nachhilfe

2015 gaben Eltern 110 Millionen für Nachhilfe aus. Wenn ganztägige Schulformen besucht werden, wird eine kostenpflichtige Nachhilfe um 20% weniger in Anspruch genommen. Das ist uns wichtig. Die Chancen der Kinder sollen unabhängig davon sein, was eine Familie sich leisten kann. 

Beruf und Familie besser vereinbaren – mehr Jobchancen für Frauen

In Österreich arbeitet rund die Hälfte der Frauen Teilzeit. 49 % von ihnen geben dafür als Grund Betreuungspflichten oder andere familiäre Gründe an (2015).[1] Mehr als jede dritte erwerbstätige Person (38%), die Kinder zwischen 0 und 12 Jahren betreut, wünscht sich ein ganztägiges Betreuungsangebot. Aber nur 8% dieser Befragten haben eine institutionelle Ganztagsbetreuung für ihre Kinder.[2]  Das heißt: Angebot und Nachfrage klaffen auseinander.

Die Zahlen zeigen: Je größer das Angebot an ganztägigen Schulformen, desto mehr Frauen arbeiten in Vollzeit.   

Ganztägige Schulformen und Betreuungsangebote ermöglichen daher gerade Frauen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Schulische Ganztagsangebote und Vollzeitquote (GTS=Ganztagsschule; VZ=Vollzeit)

Ausbau der Ganztagsschule bringt mehr Jobs

Öffentliche Investitionen in ganztägige Schulen schaffen bis 2025 rund 25.000 neue Jobs. Diese Investitionen zahlen sich wirtschaftlich sogar doppelt aus: Erstens, weil neue Arbeitsplätze geschaffen werden und zweitens, weil Eltern eine Arbeit annehmen oder von Teilzeit auf Vollzeitarbeit umsteigen können. 


[1]
Statistik Austria: Teilzeiterwerbstätige (ILO) nach Grund für Teilzeitarbeit, Alter und Geschlecht - Jahresdurchschnitt 2015
[2]
L & R Sozialforschung: Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung - betriebliche Rahmenbedingungen aus Sicht berufstätiger Eltern

Geändert am: 28.09.2017

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