Personal an ganztägigen Schulformen

Ein großer Vorteil der ganztägigen Schulformen liegt in der Teamzusammensetzung des Personals, das den sogenannten Betreuungsteil abdeckt. LehrerInnen, die die Kinder im Unterricht betreuen, sind auch für die Lernzeiten im Einsatz und können so eine optimale Förderung gewährleisten und individuelle Herausforderungen und Talente besser erkennen und darauf eingehen. 

Die Zusammenarbeit der LehrerInnen mit dem in der Freizeit eingesetzten pädagogischen Personal (wenn dies nicht auch Lehrkräfte sind, wie etwa in der AHS) folgt den in den Lehrplänen der betroffenen Schularten verankerten Betreuungsplänen. Darin wird auf die Kommunikation des Teams und auf jene mit den Eltern besonderer Wert gelegt. Die Schulleitung sorgt dafür, dass das GTS-Team gut zusammenwirkt und gegebenenfalls eine enge Absprache mit dem Dienstgeber des Freizeitpersonals erfolgt (das kann der Schulerhalter sein oder eine außerschulische Einrichtung, die z. B. FreizeitpädagogInnen einstellt).

Wer betreut welche Phase des Betreuungsteils an ganztägigen Schulformen?*

  • In der gegenstandsbezogenen Lernzeit (bzw. Betreuungsteil plus in der AHS-Unterstufe) sind LehrerInnen im Einsatz, die die Kinder auch im Unterrichtsteil unterrichten.
  • In der individuellen Lernzeit können LehrerInnen und ErzieherInnen bzw. HortpädagogInnen und ErzieherInnen für die Lernhilfe eingesetzt werden.
  • Für die Freizeit sind gut ausgebildete pädagogische Fachkräfte (Akademische FreizeitpädagogInnen, FreizeitpädagogInnen f. Sport, ErzieherInnen, HortpädagogInnen, eingesetzt. Auch LehrerInnen können hier (je nach vertraglicher Situation) tätig sein – dies betrifft aktuell insbesondere die AHS-Unterstufe.

*geregelt im SCHOG, § 8 lit. j

Um für die Freizeiteinheiten qualitativ hochwertig ausgebildetes Personal zur Verfügung zu haben, wurden Hochschullehrgänge für Freizeitpädagogik entwickelt, die an fast allen Pädagogischen Hochschulen angeboten werden. Von Seiten des BMB wird weiterhin in die Ausbildung von zusätzlichen FreizeitpädagogInnen investiert. Zusätzlich wurde nun ein neues Berufsbild entwickelt, die ErzieherInnen für die Lernhilfe (BGBl. I Nr. 56/2016, Art. 1 /6).

Ab dem Studienjahr 2017/18 (Sommersemester) wird an ausgewählten Pädagogischen Hochschulen ein neuer Hochschullehrgang für ErzieherInnen für die Lernhilfe angeboten werden. Es handelt sich um eine kombinierte Ausbildung für die Lernhilfe in der sogenannten individuellen Lernzeit sowie für den Freizeitteil an ganztägigen Schulformen. Als Zugangsberechtigungen gelten die allgemeine Universitätsreife sowie die für den Zugang zum Hochschullehrgang Freizeitpädagogik formulierten Zugangsvoraussetzungen. 

AbsolventInnen der bereits etablierten Hochschullehrgänge für Freizeitpädagogik können, sofern sie über die allgemeine Universitätsreife verfügen, die Zusatzqualifikation für die Lernhilfe erwerben.

Die Anstellung der FreizeitpädagogInnen bzw. des pädagogischen Personals für die Freizeit ist Angelegenheit des Schulerhalters, im APS Bereich sind also die Länder bzw. die Kommunen zuständig. Die Entlohnung ist von Seiten des Bundes nicht vorgegeben und differiert in den Bundesländern.

Für die Finanzierung der FreizeitpädagogInnen können die Länder bis 2018/19 Zweckzuschüsse aus den Vereinbarungen gem. Art. 15a B-VG beantragen. Ab dem Schuljahr 2017/18 können die Kommunen zur Finanzierung des Freizeitpersonals Zweckzuschüsse im Rahmen des Bildungsinvestitionsgesetzes beantragen (Details dazu siehe unter der Rubrik Finanzen)

Geändert am: 04.09.2017

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