Volksschule

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Die Volksschule hat die Aufgabe, eine für alle Schülerinnen und Schüler gemeinsame Primarbildung unter Berücksichtigung einer sozialen Integration behinderter Kinder zu vermitteln.

Dabei soll den Schülerinnen und Schülern eine grundlegende und ausgewogene Bildung im sozialen, emotionellen, intellektuellen und körperlichen Persönlichkeitsbereich ermöglicht werden.

Schülerinnen/Schülereinschreibung

Mit dem Schulrechtsänderungsgesetz 2016 wurde der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule neu geregelt und die Nutzung der im Kindergarten erlangten Erkenntnisse über die Entwicklungssituation und Kompetenzen der Kinder, insbesondere deren Sprachkenntnisse, ermöglicht.

Es ist vorgesehen, dass die Erziehungsberechtigten Unterlagen, Erhebungen, Förderergebnisse usw., die während des Kindergartenbesuchs generiert wurden, im Zuge der Schülerinnen- und Schülereinschreibung vorlegen. Diese Erkenntnisse über den Entwicklungstand, Kompetenzen, Potenziale, Interessen und Begabungen der Kinder werden in die Planung und Umsetzung durchgängiger Fördermaßnahmen in der Grundschule einbezogen.

Bei der Schülerinnen/Schülereinschreibung ist das schulpflichtig gewordene Kind persönlich vor­zustellen. Die Einschreibung kann auch in zwei oder mehreren Phasen erfolgen. Die Frist für die Schülerinnen- und Schülereinschreibung endet vier Monate vor Beginn der Hauptferien.

Neu ab Schuljahr 2017/18 ist die sogenannte Sprengelflexibilisierung: entsprechende Landesgesetze ermöglichen den Erziehungsberechtigten mehr Wahlfreiheit hinsichtlich des Schulbesuchs unabhängig vom Wohnort.  

Organisation

Die Volksschule umfasst die Grundschule, bestehend aus der Grundstufe I und der Grundstufe II sowie bei Bedarf die Oberstufe.

Die Grundstufe I umfasst bei Bedarf die Vorschulstufe und die 1. und 2. Schulstufe.

Die Grundstufe II umfasst die 3. und 4. Schulstufe. 

Ab dem Schuljahr 2017/18 können Schulstandorte im Rahmen der Schulautonomie (auf Basis einer entsprechenden Landesgesetzgebung), Klassen schulstufenübergreifend führen. Die Entscheidung darüber obliegt dem Schulforum oder der Schulleitung nach Anhörung des Schulforums in vorheriger Abstimmung mit der Schulbehörde  und dem Schulerhalter.

In der Vorschulstufe sind jene Kinder, die in dem betreffenden Kalenderjahr schulpflichtig geworden sind, jedoch noch nicht die Schulreife besitzen und ebenso jene Kinder, deren vorzeitige Aufnahme in die 1. Schulstufe widerrufen wurde, im Hinblick auf die für die 1. Schulstufe erforderliche Schulreife zu fördern, wobei die soziale Integration behinderter Kinder zu berücksichtigen ist. Die Vorschulstufe kann in einem getrennten Angebot oder gemeinsam mit anderen Schulstufen geführt werden.

Der Unterricht wird in der Regel durch den Klassenlehrer erteilt (Ausnahme z.B. der Religionsunterricht).

Zusätzlich wählbar zu den Pflichtgegenständen sind die so genannten unverbindlichen Übungen (z. B. Chorgesang, Darstellendes Spiel, Interessen- und Begabungsförderung).

Weiters wird Förderunterricht im sprachlichen oder mathematischen Bereich im Ausmaß einer Unterrichtseinheit pro Woche angeboten.  

Leistungsbewertung

Am Schulstandort wird für den gesamten Schulstandort oder für einzelne Klassen entschieden, ob bis einschließlich der dritten Schulstufe die Ziffernbenotung durch eine alternative Leistungsbeschreibung ersetzt wird. Unter Wahrung der Rechte der Eltern erfolgt im Klassenforum, nach eingehender Beratung, eine Entscheidung für den Klassenverband. Im Schulforum wird die endgültige Entscheidung zur Form der Beurteilung bzw. Bewertung  getroffen. Die Festlegung der Beurteilungs-/Bewertungsform ist innerhalb der ersten neun Schulwochen zu treffen. Falls eine Entscheidung im Schulforum nicht erfolgt, hat die Schulleitung eine Entscheidung zu treffen.

Im Rahmen der Alternativen Leistungsbeschreibung werden zweimal jährlich vom Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin Bewertungsgespräche abgehalten, zu denen die Erziehungsberechtigten und die Schülerinnen bzw. Schüler eingeladen werden (Kind-Erziehungsberechtigte-Lehrende-Gespräche). Basis dieser Gespräche ist eine durchgehende Dokumentation der Lernfortschritte in Form eines Lernzielkatalogs, einer Lernfortschrittsdokumentation oder eines Portfolios. In den Gesprächen werden die Ausgangssituation, festgestellte Lernfortschritte, sowie zu erreichende Lernziele hinsichtlich der Selbständigkeit der Arbeit, des Erfassens und Anwendens des Lehrstoffes, der Durchführung der Aufgaben und der Eigenständigkeit sowie die Persönlichkeitsentwicklung und das Verhalten in der Gemeinschaft erörtert und dokumentiert. Diese Gespräche werden durch eine schriftliche Semester- bzw. Jahresinformation ergänzt. Im Rahmen der KEL-Gespräche sind Vereinbarungen zur Erreichung der festgesetzten Lernziele mit allen Beteiligten zu treffen.

In der Vorschulstufe gibt es keine Leistungsbeurteilung, sondern lediglich eine Teilnahmebestätigung. In der 4. Schulstufe erfolgt die Leistungsbeurteilung in Form von Ziffernbenotung.

Wiederholung einer Schulstufe/Wechsel von Schulstufen

Durch die neue Lernkultur (Individualisierung des Unterrichts, differenzierte Lehrmethoden unter Berücksichtigung individueller Lernprozesse des Kindes) und das neue System der Lern- und Entwicklungsbeschreibung wird ein höchstmögliches Maß an Individualisierung und individueller Förderung in einer Weise ermöglicht, die ein Wiederholen einer Schulstufe nur noch auf freiwilliger Basis vorsieht. Ebenso ist ein Wechsel von Schulstufen während des Unterrichtsjahres nur in dem Maß zulässig, als für den erstmaligen Abschluss der 3. Klasse nicht weniger als zwei und nicht mehr als vier Schuljahre benötigt werden. Bei altershomogenen Klassenverbänden ist bei einer Umstufung während des Schuljahres der Verbleib des Kindes im gewohnten Klassenverband für das laufende Schuljahr anzustreben. Sowohl beim freiwilligen Wiederholen einer Schulstufe, als auch im Falle einer Umstufung müssen alle am Schulstandort zur Verfügung stehenden Fördermaßnahmen ausgeschöpft sowie eine Beratung der Erziehungsberechtigten vorangegangen sein.  

Sprachförderung/Sprachunterricht

Kinder mit einer anderen Erstsprache als Deutsch sind in den Klassenverband integriert und können bei Bedarf eine besondere Förderung in der Unterrichtssprache Deutsch erhalten sowie am muttersprachlichen Unterricht teilnehmen.

Zu den integrativ geführten „Sprachförderkursen für außerordentliche Schülerinnen und Schüler“, können auch „Sprachstartgruppen“ in geblockter Form sowie klassen-, schulstufen-, schul- oder schulartenübergreifend an Stelle der in der Grundschule vorgesehenen Pflichtgegenstände eingerichtet werden. Beide Formen dauern höchstens zwei Unterrichtsjahre und finden im Ausmaß von elf Stunden pro Woche statt. Für ordentliche Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache kann ein besonderer Förderunterricht im Ausmaß von bis zu fünf Wochenstunden angeboten werden - sowohl parallel zum Unterricht in den Pflichtgegenständen als auch mit diesem gemeinsam. Bei Bedarf ist eine ganzjährige Führung dieses Förderunterrichts zulässig, bei einer drei- bis fünfstündigen Führung dieses Unterrichts kann eine Kürzung der Gesamtwochenstundenzahl in den Pflichtgegenständen um bis zu drei Wochenstunden vorgenommen werden.

Seit Beginn des Schuljahres 1998/99 ist im Grundschullehrplan ab der 1. Schulstufe eine lebende Fremdsprache (Englisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Slowakisch, Slowenisch, Tschechisch oder Ungarisch) verbindlich vorgesehen; jedoch ohne Benotung.

Seit dem Schuljahr 2003/2004 ist der Fremdsprachenunterricht an allen Volksschulen ab der 1. Schulstufe verpflichtend.

Die verbindliche Übung "Lebende Fremdsprache" wird in der Grundstufe I integrativ geführt, ohne dass es zu einer Ausweitung des Stundenausmaßes kommt.

Pro Schulstufe sind im Rahmen der grundschulgemäßen Unterrichtsplanung 32 Jahresstunden aus dem Zeitbudget der einzelnen Pflichtgegenstände, mit Ausnahme von "Deutsch, Lesen, Schreiben" dafür zu verwenden.

Dadurch wird eine zeitliche Mehrbelastung der Kinder vermieden.

Der Unterricht kann phasenweise fächerübergreifend in der lebenden Fremdsprache erteilt und von der Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer zeitlich flexibel angesetzt werden.

In der Grundstufe II gibt es wie bisher für die verbindliche Übung "Lebende Fremdsprache" laut Stundentafel eine Wochenstunde.

Die Weiterführung in integrativer Form (wie in der Grundstufe I) ist möglich.  

Übertritt in eine weiterführende Schule

In der 4. Schulstufe werden die Erziehungsberechtigten, basierend auf den Interessen und dem Leistungsniveau des Kindes, über den empfehlenswerten weiteren Bildungsweg der Schülerinnen und Schüler informiert.

Der Übertritt von der Volksschule in eine weiterführende Schule (Hauptschule, Neue Mittelschule, AHS-Unterstufe) erfordert den erfolgreichen Abschluss der 4. Schulstufe und eine Anmeldung.  

Weiterführende Informationen:

Der Volksschullehrplan 

Österreichische Schulschrift (Rundschreiben Nr. 56/1994) 

Adressen finden sie im Verzeichnis der Schulen und Bildungseinrichtungen - Schultyp: Volksschulen

Informationen zur Grundschulreform:

Leitfäden zur Grundschulreform:

Geändert am: 27.11.2017

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