Sprachliche Bildung
Sprache ist der Schlüssel zu Bildungserfolg, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Mit der Weiterentwicklung des Deutschfördermodells und neuen gesetzlichen Regelungen werden die Rahmenbedingungen für eine wirksame sprachliche Förderung nachhaltig gestärkt.
Im Mittelpunkt steht die Förderung der Unterrichtssprache Deutsch als Grundlage für erfolgreiches Lernen in allen Unterrichtsgegenständen. Gleichzeitig wird sprachliche Bildung als umfassender Bildungsauftrag verstanden, der die sprachliche Vielfalt der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt und ihre sprachlichen Kompetenzen in Fremdsprachen, Erstsprachen und Minderheitensprachen weiterentwickelt.
Die aktuellen Maßnahmen schaffen bessere Voraussetzungen für individuelle Förderung, erfolgreiche Bildungswege und eine starke Zukunft für alle Kinder und Jugendlichen.
Weiterentwicklung des Modells der Deutschförderung
Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Schulen die Möglichkeit, die Deutschförderung an ihrer Schule autonom auszugestalten. So kommt mehr Flexibilität in die Umsetzung und kann die Deutschförderung noch besser an die Bedarfe vor Ort angepasst werden.
Weitere Informationen zum weiterentwickelten Modell der Deutschförderung:
MIKA-D - Messinstrument zur Kompetenzanalyse – Deutsch zur Feststellung des (außer-)ordentlichen Status
Das Instrument MIKA-D wurde umfassend überarbeitet. Ab dem Schuljahr 2026/27 kommt der weiterentwickelte MIKA-D 2.0 österreichweit zum Einsatz.
MIKA-D (Messinstrument zur Kompetenzanalyse – Deutsch) unterstützt Schulen bei der objektiven Beurteilung, ob die Deutschkompetenz von Schülerinnen und Schülern ausreicht, um dem Unterricht folgen zu können (ordentlicher Status), oder ob zusätzlicher Deutschförderbedarf besteht.
Weitere Informationen zu MIKA-D 2.0
USB DaZ - Unterrichtsbegleitende Sprachstandsbeobachtung Deutsch als Zweitsprache
Das Instrument zur Unterrichtsbegleitenden Sprachstandsbeobachtung Deutsch als Zweitsprache (USB DaZ) wurde im Auftrag des Bildungsministeriums entwickelt und unterstützt Lehrpersonen dabei, die sprachlichen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Zweitsprache gezielt zu erfassen.
Als wissenschaftlich fundiertes Diagnoseinstrument ermöglicht USB DaZ eine kontinuierliche Beobachtung der sprachlichen Entwicklung – sowohl im Regelunterricht als auch in Deutschförderklassen und Deutschförderkursen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für passgenaue Förderpläne und helfen Lehrpersonen, Fördermaßnahmen individuell auf die sprachlichen Voraussetzungen und Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abzustimmen.
Alle Materialien zu USB DaZ finden Sie hier: USB DaZ - Das Instrument und seine Begleitmaterialien - BIMM Themenplattform
Orientierungsklassen
Orientierungsklassen unterstützen schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit nur sehr geringen schulischen Vorerfahrungen nach Österreich kommen, beim erfolgreichen Einstieg in das österreichische Bildungssystem. Im Mittelpunkt stehen die Vermittlung von Werten und Grundregeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens sowie der gezielte Aufbau sprachlicher und grundlegender schulischer Kompetenzen. Orientierungsklassen schaffen für Kinder und Jugendliche, die etwa im Rahmen von Familiennachzug nach Österreich kommen, eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche schulische und gesellschaftliche Integration.
Weitere Informationen zu den Orientierungsklassen
Leseförderung – Literacy
Lesen eröffnet Wissen, stärkt die Urteilsfähigkeit und ermöglicht die aktive Teilhabe an Gesellschaft und Bildung. Deshalb setzt das Bildungsministerium entlang der gesamten Bildungslaufbahn vielfältige Maßnahmen, um die Lesekompetenzen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern und ihre Freude am Lesen zu stärken.
Mehr Informationen finden Sie unter Leseförderung – Literacy sowie auf der Website literacy.at.
Fremdsprachenlernen
Sprachen eröffnen neue Perspektiven – persönlich, gesellschaftlich und beruflich. In einer vernetzten und globalisierten Welt sind Fremdsprachenkenntnisse und Mehrsprachigkeit wichtige Kompetenzen für Bildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe. In Österreich erwerben Schülerinnen und Schüler bereits in der Volksschule erste Fremdsprachenkenntnisse. In der Sekundarstufe stehen ihnen vielfältige Möglichkeiten offen, ihre Sprachkompetenzen weiterzuentwickeln und zusätzliche Sprachen zu erlernen.
Mehr Informationen finden Sie hier: Fremdsprachenlernen
Mehrsprachigkeit und Erstsprachenunterricht
Viele Schülerinnen und Schüler in Österreichs Schulen sprechen mehr als eine Sprache. Sie verfügen über ein breites sprachliches Repertoire und verwenden dieses anlassbezogen in den unterschiedlichen Lebenskontexten. Der Erstsprachenunterricht unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, bildungssprachliche Kompetenzen in ihre Erstsprache zu stärken und ihre gesamte Sprachkompetenz auszubauen.
Mehr Informationen finden Sie hier: Mehrsprachigkeit – Erstsprachenunterricht – Interkulturelle Bildung
Minderheitenschulwesen
Die sprachliche und kulturelle Vielfalt der österreichischen Volksgruppen ist ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Das Minderheitenschulwesen trägt dazu bei, diese Vielfalt zu bewahren und weiterzuentwickeln. Auf Grundlage der Minderheitenschulgesetze werden an zweisprachigen Schulen neben Deutsch auch Slowenisch in Kärnten sowie (Burgenland-)Kroatisch und Ungarisch im Burgenland als Unterrichtssprachen geführt. So wird Mehrsprachigkeit gelebt und über Generationen hinweg weitergegeben.
Mehr Informationen finden Sie hier: Minderheitenschulwesen