Chancenbonus-Programm
Chancengerechtigkeit steigern, Schulentwicklung unterstützen
Das Chancenbonus-Programm auf einen Blick
Das Chancenbonus-Programm (CBP) ist eine zentrale Maßnahme der österreichischen Bildungspolitik (aus dem Regierungsprogramm 2025–2029, Seite 205). Ziel ist es, Schulen mit besonders herausfordernden Rahmenbedingungen gezielt zu stärken und zu unterstützen.
Ziele und Inhalte des Programms
- Mehr Personal & maßgeschneiderte Unterstützung:
CBP-Schulen erhalten zusätzliches Personal aus unterschiedlichen Fachbereichen, zum Beispiel Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Sozialpädagogik, Schulpsychologie, Theaterpädagogik, Psychotherapie, Förderung in den Bereichen Legasthenie/Dyskalkulie. - Passgenaue Lösungen vor Ort:
Die Unterstützung orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen und Entwicklungsvorhaben der einzelnen Schule. Die Verantwortung für die Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen liegt vor Ort bei der Schulleitung. - Evidenzbasierte Entwicklung und kontinuierliches Monitoring:
Die Umsetzung und Wirksamkeit der Maßnahmen werden kontinuierlich begleitet und evaluiert – unter besonderer Berücksichtigung der Lernmotivation, des schulischen Wohlbefindens und des Lernerfolgs (unter anderem durch Lernstandserhebungen wie iKMPLUS). - Stärkung schulischer Strukturen und nachhaltige Entwicklung:
Die Verankerung aller Maßnahmen im Qualitätsmanagement- und Schulentwicklungsprozess (QMS 2.0) trägt dazu bei, dass die Verbesserungen nachhaltig wirken und Modellcharakter für weitere Reformvorhaben gewinnen können.
Die teilnehmenden Schulen
400 Schulen (Volks- und Mittelschulen) aus ganz Österreich nehmen am CBP teil. Die Auswahl erfolgte auf Basis der sogenannten SÖL-Klassifikation, welche die sozioökonomische Ausgangslage der Schulen beschreibt und die soziodemografische Zusammensetzung der Schüler/innenpopulation am Standort berücksichtigt. Alle teilnehmenden Schulen fallen in die SÖL-Kategorie 1 bzw. 2 (sehr niedrig bzw. niedrig). Darüber hinaus nehmen jene 100 Schulen teil, die auch bereits Teil des Projekts „100 Schulen – 1000 Chancen“ waren..
Die Anzahl der Stellen bzw. Vollzeitäquivalente (VZÄ), die eine Schule erhält, ist von der Schulart und der Anzahl der Schüler/innen abhängig. Sie wurde im Zuge des Auswahlverfahrens berechnet und steht somit fest.
Begleitung und Kooperation
Die bundesweite und regionale Vernetzung im Chancenbonus-Programm bietet den Schulen einen systematischen Austausch von Erfahrungen, Konzepten und Perspektiven. Dieser Austausch stärkt nicht nur die gemeinsame Verantwortung, sondern fördert auch die Weiterentwicklung schulischer Strukturen und Praktiken. Ein zentraler Erfolgsfaktor für die wirksame Umsetzung von Entwicklungsprozessen ist die enge und kooperative Zusammenarbeit zwischen Schulleitungen und den SQM (Schulqualitätsmanager/innen).
Evaluation und Monitoring
Schulen beteiligen sich an regelmäßigen Datenerhebungen und Evaluationen, um die Wirkung der Maßnahmen zu verfolgen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Gemeinsam mehr erreichen
Das Chancenbonus-Programm wird vom Bundesministerium für Bildung (BMB) umgesetzt. Ein breit aufgestelltes beratendes Gremium aus den Bereichen Schulleitung und Schulaufsicht, Wissenschaft, der Arbeiterkammer, der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung, der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst sowie der Innovationsstiftung für Bildung begleitet das Programm fachlich.
Durch gezielte Unterstützung, mehr Verantwortungsübernahme vor Ort und starke Partnerschaften sichert das Chancenbonus-Programm nachhaltige Verbesserungen für Schulstandorte mit besonders herausfordernden Rahmenbedingungen und eröffnet so vielfältige neue Chancen für Schülerinnen und Schüler in ganz Österreich.