Agenda 2030 / SDGs

Aktuell

Global Education Week 18. – 26. November 2017: „My World Depends On Us! Meine Welt hängt von uns allen ab!“

Detailinformationen

Die größte Unterrichtsstunde der Welt startet in eine neue Runde! 

The World’s Largest Lesson ist ein weltweites Projekt, das die Agenda 2030 an Schulen bekannter machen und junge Menschen zur aktiven Auseinandersetzung mit den Globalen Zielen anregen möchte. Auf der Website stehen Unterrichtsmaterialien zu vielfältigen Themen rund um die Nachhaltigkeitsziele in über 10 Sprachen (darunter einige in Deutsch) kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung. Die größte Unterrichtsstunde der Welt startet am 18. September 2017 mit dem diesjährigen Schwerpunktthema „Jeder Teller erzählt eine Geschichte“. Schulen und Lehrkräfte können aber Termine und Themen für ihre Beteiligung frei wählen. Eine interaktive Weltkarte, auf der sich die teilnehmenden Schulen eintragen können, führt die Reichweite des Projekts vor Augen.

World's Largest Lesson

Sustainable Development Goals Bild vergrößern

Sustainable Development Goals – Globale Ziele für Nachhaltige Entwicklung auf allen Ebenen

Österreich hat sich gemeinsam mit allen Mitgliedsstaaten der UNO zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung unter dem Titel „Transformation unserer Welt" verpflichtet. Mit 17 Zielen (Sustainable Development Goals – SDGs), die untereinander in engem Zusammenhang stehen, hat die Weltgemeinschaft konkrete Aktionsfelder dargestellt, um ihre ambitionierte Vision einer friedlichen, gerechten, sozial inklusiven Welt, in der die natürlichen Ressourcen nachhaltig genutzt werden, zu verwirklichen. Umfassende Veränderungen auf wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ebene stehen an, um die allgemeine Achtung der Menschenrechte, Gleichheit und Selbstbestimmung aller Menschen sowie Umweltschutz und soziale Entwicklung durchzusetzen. Dabei haben die Mitgliedsstaaten ihre Entschlossenheit erklärt, „die kühnen und transformativen Schritte zu unternehmen, die dringend notwendig sind, um die Welt auf den Pfad der Nachhaltigkeit und der Widerstandsfähigkeit zu bringen“ und versprochen, gemeinsam zu handeln und dabei „niemanden zurückzulassen“.  Der Begriff „Partnerschaft [in] einem Geist der globalen Solidarität“  spielt daher bei der Umsetzung der Agenda 2030 eine große Rolle. 
Kooperationen auf allen Ebenen sind für nachhaltige Entwicklung entscheidend. Staatliche, föderale und zivilgesellschaftliche Akteure, der Privatsektor, Schulen bis hin zum einzelnen Individuum müssen Anstrengungen leisten, um gemeinsam Fortschritte in Richtung Neugestaltung der Welt zu erreichen.
Siehe Vereinte Nationen: Resolution der Generalversammlung - Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Hochwertige Bildung - Logo

Bildung als Schlüsselbereich für nachhaltige Entwicklung

Bildung ist eine der wesentlichen Voraussetzung für die Erfüllung der gesamten Agenda 2030. Dem Bildungswesen kommt daher in der Arbeit an der Vision einer gerechten, friedlichen und nachhaltigen Gesellschaft eine Schlüsselrolle zu. Die Weltgemeinschaft hat sich dafür somit ein eigenes Ziel (SDG 4) gesetzt: „Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern“. Alle Bildungspartner weltweit müssen mitwirken, um dieses Ziel zu verwirklichen. Konkret soll auf folgende Zielvorgaben hingearbeitet werden:

SDGs - Logos Bild vergrößern

4.1. Bis 2030 allen Mädchen und Jungen den Abschluss einer kostenlosen, chancengerechten und hochwertigen Primar- und Sekundarschulbildung ermöglichen, die zu relevanten und effektiven Lernergebnissen führt.

4.2. Bis 2030 allen Mädchen und Jungen den Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung sichern, die ihnen einen erfolgreichen Übergang in die Schule ermöglichen.

4.3. Bis 2030 allen Frauen und Männern einen gleichberechtigten und bezahlbaren Zugang zu hochwertiger beruflicher und akademischer Bildung ermöglichen.

4.4. Bis 2030 sicherstellen, dass eine deutlich höhere Anzahl an Jugendlichen und Erwachsenen die für eine Beschäftigung oder Selbstständigkeit relevanten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwirbt.

4.5. Bis 2030 Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit auf allen Bildungsstufen beseitigen und allen Menschen gleichberechtigten Zugang zu allen Bildungsstufen sichern, einschließlich Menschen mit Behinderung, indigenen Völkern und benachteiligten Kindern.

4.6. Bis 2030 den Erwerb ausreichender Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten für alle Jugendlichen und für einen erheblichen Anteil der Erwachsenen sicherstellen.

4.7. Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die für nachhaltige Entwicklung notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, u. a. durch Bildung für nachhaltige Entwicklung, für nachhaltige Lebensweise, für Menschenrechte, für Gleichberechtigung der Geschlechter, durch Förderung einer Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit, durch Global Citizenship Education und Wertschätzung kultureller Vielfalt und durch den Beitrag der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung. 

Implementierungsmechanismen

4.a. Bildungseinrichtungen schaffen und verbessern, die kinderfreundlich, sensibel gegenüber Behinderungen und gendersensibel sind sowie sichere, gewaltfreie, inklusive und effektive Lernumgebungen für alle schaffen und verbessern.

4.b. Bis 2020 Stipendienangebote für Studierende aus Entwicklungsländern ausbauen, insbesondere für Studierende aus den am wenigsten entwickelten Ländern, kleinen Entwicklungsinselländern und afrikanischen Ländern, für Hochschulbildung, einschließlich Berufsbildung und Informations- und Kommunikationstechnologien, technische und wissenschaftliche Programme, in entwickelten Ländern und in anderen Entwicklungsländern.

4.c. Bis 2030 die Ausbildung qualifizierten Bildungspersonals sicherstellen, auch durch internationale Zusammenarbeit in Entwicklungsländern, insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern sowie in den kleinen Entwicklungsinselländern. 

Umsetzung der Globalen Ziele in Österreich

Die österreichische Bundesregierung hat für die Umsetzung der Agenda 2030 den sogenannten Mainstreaming-Ansatz gewählt. Vorab wurden bestehende Maßnahmen und Strategien identifiziert, die bereits einen potentiellen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten. Viele Maßnahmen, die im Rahmen der Wirkungsorientierten Steuerung der Bundesverwaltung zur Erreichung der Wirkungsziele (z. B. Verbesserung der Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit im Bildungswesen) gesetzt wurden, zählen dazu.
Auch mit der Bildungsreform sollen Bildungsqualität und Bildungsgerechtigkeit sukzessive gesteigert werden. SchülerInnen können mit ihren unterschiedlichen sozialen Hintergründen, ihren Fähigkeiten und ihren besonderen Bedürfnissen individuell gefördert und am Übergang zwischen den Schulstufen besser begleitet werden. 

Die Ausweitung der Schulautonomie kann beispielsweise für Schwerpunktsetzungen im Sinne der Nachhaltigkeit sowie entsprechende Fortbildungsmaßnahmen genutzt werden.

Welche Möglichkeiten haben Schulen, die Nachhaltigkeitsziele umzusetzen?

Die Agenda 2030 richtet sich nicht allein an Regierungen. Alle Menschen sind gefordert, an dem ambitionierten Transformationsprogramm mitzuwirken, das letztlich nur in Kooperation auf allen Ebenen - gesamtgesellschaftlich - gelingen kann. Eine Schule bildet die Gesellschaft im Kleinen ab. Wenn hier partnerschaftlich gelernt wird, Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung geübt werden, kritisches Denken entwickelt wird, SchülerInnen und das gesamte Schulteam gemeinsam Verantwortung übernehmen, dann können Schulen Modelle für eine zukunftsfähige Lebensgestaltung sein. 

Netzwerke

Es gibt zahlreiche eindrucksvolle Beispiele von Schulen, die nachhaltige Entwicklung betreiben. Viele solcher Schulen sind in Netzwerken organisiert, wie zum Beispiel:

Bildungskonzepte für die Transformation unserer Welt

Die Agenda 2030 definiert innerhalb des Bildungsziels auch die Bildungskonzepte, die es für nachhaltige Entwicklung braucht (SDG 4..7): Durch Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Global Citizenship Education und verwandte Konzepte sollen Kompetenzen erlernt werden, mit denen alle an der besagten Transformation unserer Welt mitarbeiten können. Überfachliche Kompetenzen dieser Art können mit Hilfe der im österreichischen Schulwesen verankerten Unterrichtsprinzipien und Bildungsanliegen entwickelt werden.

Schulentwicklung

SQA (Schulqualität Allgemeinbildung) und QIBB  (QualitätsInitiative BerufsBildung)  stellen Instrumente für systematische Qualitätsentwicklung an Schulen zur Verfügung. Damit bietet sich für Schulen die Gelegenheit, Schwerpunkte auf nachhaltige Entwicklung zu setzen. Auch Bildungskonzepte, die Kompetenzen für die individuelle Mitgestaltung nachhaltiger Entwicklung vermitteln, können zum Schulschwerpunkt werden. Ein Netzwerk an Partnerorganisationen steht zur Verfügung, um Schulen bei solchen Qualitätsentwicklungsprozessen zu begleiten. Beispiele:

Online-Materialien für die Auseinandersetzung mit den SDGs im Unterricht

Die 17 Ziele für eine bessere Welt
Unterrichtsmappe für die 5. bis 9. Schulstufe

17 Ziele für eine bessere Welt
Broschüre mit Arbeitsfragen zur Diskussion in der Sekundarstufe II, Erwachsenenbildung und Jugendarbeit

17 Ziele für die Welt
Sammlung von Unterrichtsmaterialien zu den SDGs

Die größte Unterrichtsstunde der Welt
mit einigen auf Deutsch übersetzten Materialien

Unsere Welt. Unsere Zukunft
ein Lesebuch über die neuen Weltziele. Dazu Lehrmaterialien

Education for Sustainable Development Goals - Learning Objectives

The Global Goals Comic

Spezifische Materialien für zentrale Bereiche des Bildungsziels finden Sie u. a. unter:

Internationale Organisationen und die Agenda 2030 

Das SDG 4 ist gleichzeitig die erneuerte ganzheitliche und transformative Bildungsagenda der UNESCO (Education 2030), mit der sie zur Erreichung aller Nachhaltigkeitsziele beitragen will. Die UNESCO versteht Bildung als inklusiv und wesentlich zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten und zur Stärkung von Weltbürgerschaft und nachhaltiger Entwicklung. Die UNESCO hat einen konkreten Handlungsrahmen (Framework for Action) zur Erreichung des globalen Bildungsziels ausgearbeitet und unterstützt die Umsetzungsprozesse in den Mitgliedsstaaten.
Österreichische UNESCO-Kommission - Bildung

Die OECD steuert für das Monitoring der Nachhaltigkeitsziele auf globaler Ebene Expertise und Datenressourcen bei. Weiters werden Berichte über Politikkohärenz, Fortschrittsanalysen etc. erstellt.

Die Europäische Union möchte die Nachhaltigkeitsziele in all ihren Politikbereichen durchgängig berücksichtigen und nachhaltige Entwicklung als wesentlichen Leitgrundsatz für die Politik der EU festsetzen. Der Rat der Europäischen Union drückt sein Bewusstsein aus, dass eine „prosperierende Union auch von einem offenen und fairen internationalen Wirtschafts-, Finanz- und Handelssystem und vom nachhaltigen und fairen Zugang zu den globalen Kollektivgütern abhängt“ und unterstreicht die Notwendigkeit, „einen Beitrag zu Weltbürgertum und zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das positive Transformationspotenzial dieser Ziele zu leisten.“

Geändert am: 16.10.2017

Nach oben