Offensivmittel 2014 - 2018

Die ganztägigen Schulformen leisten einen wichtigen Beitrag für mehr 
Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit und erleichtern Eltern mit schulpflichtigen Kindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deswegen stellt der Bund von 2014 bis 2018 bis zu 800 Mio. Euro für Personal und Infrastruktur zur Verfügung. Neben dem quantitativen Ausbau ist die qualitative Verbesserung der ganztägigen Schulformen mit einem umfassenden Bildungs- und Erziehungsangebot, das sich auf den gesamten Tagesablauf bezieht, wichtig. Ganztägige Schulformen sind ein Teil eines pädagogischen Gesamtkonzeptes des jeweiligen Schulstandortes, das alle an der Schule Tätigen mittragen und im Sinne einer lernenden Organisation weiter entwickeln. Bildung, Erziehung und Betreuung müssen ein ganzheitliches Angebot in der Schule darstellen und neue Lernformen ebenso wie außerschulische Kooperationspartner einbeziehen.

Bund und Länder haben sich das gemeinsame Ziel gesetzt, das Angebot an ganztägigen Schulformen an öffentlichen Schulen und Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht bis 2018 auf insgesamt 250.000 Plätze (inkl. 50.000 Hortplätze) auszuweiten. Um den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen abzudecken, erhalten die Länder Finanzmittel, die für die Anschaffung bzw. Erneuerung der dafür nötigen Infrastruktur sowie für den Einsatz der ganztägigen Schule bis 18:00 Uhr verwendet werden können. Für die Freizeitbetreuung können auch Freizeitpädagog/innen zum Einsatz kommen. Die Ausbildung der Freizeitpädagog/innen erfolgt an den Pädagogischen Hochschulen.

Wofür können die Geldmittel am Schulstandort eingesetzt werden?

Durch die Anschubfinanzierung im Bereich der ganztägigen Schulformen werden die Schulerhalter finanziell entlastet. Sie können somit entsprechende Mittel in bedarfsgerechte schulische Betreuungsangebote auch nach 16:00 Uhr investieren. Die Zuschüsse werden bis 18:00 Uhr zur Verfügung gestellt. Die Höhe des Zweckzuschusses zu den Personalkosten im Freizeitbereich der ganztägigen Schulformen beträgt € 9.000,- pro Gruppe und Schuljahr.

Ein weiterer Teil der Mittel kann für Infrastrukturelle Maßnahmen verwendet werden. Pro Gruppe steht einmalig ein Betrag von maximal € 55.000,- zur Verfügung, wobei der Zweckbezug zur ganztägigen Schulform gegeben sein muss: 

Förderungswürdig sind zB Nicht förderungswürdig sind zB 
  • die Schaffung und Adaptierung von Speisesälen und Küchen
  • die Schaffung und Adaptierung von Gruppenräumen für eine adäquate Betreuung
  • die Schaffung und Adaptierung von Spielplätzen und ähnlichen Außenanlagen
  • die Anschaffung von Einrichtung für oben genannte Adaptierungen
  • die Anschaffung von Anlagevermögen (zB Geschirr, Besteck, Spiele, Bücher, …)
  • die Generalsanierung des gesamten Schulgebäudes,
  • die Sanierung des Turnsaals,
  • die Anschaffung von Verwaltungsinfrastruktur,
  • die Modernisierung der Schulbibliothek,
  • die Ausstattung aller Klassenräume mit Beamern oder
  • die Bezahlung von Betriebskosten (zB Strom, Telefon, Heizung).

Die Finanzierung ist an qualitative organisatorische und pädagogische Voraussetzungen geknüpft: 

  1. Organisation und Qualitätssicherung: 
    • Unterrichts- und Betreuungsteil sind inhaltlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt, altersgemäßer Tagesablauf mit Lern-, Ruhe-, Spiel-, Förder- und Essenszeiten, keine Lernzeit nach 16:00 Uhr,
    • abwechslungsreicher Speiseplan, ernährungswissenschaftlich ausgewogen und kindgerecht,
    • einschlägige Fortbildungsveranstaltungen und gemeinsame pädagogische Konferenzen für Lehrer/innen, Erzieher/innen sowie Freizeitpädagog/innen
    • Information und Austausch zwischen den Betroffenen 
  2. Pädagogisches Gesamtkonzept:
    • Interessen und Begabungen der Schüler/innen fördern durch Angebote aus den Bereichen Kunst, Kultur, Naturwissenschaften und Bewegung mit dem Ziel, ihre Kreativität zu fördern, ihr Selbstvertrauen zu stärken und die Integration zu unterstützen, 
    • Standortbezogene Förderkonzepte auch für den Betreuungsteil (Begabungen und Lernprobleme).

Die Länder erarbeiten mit den schulerhaltenden Gemeinden ein diesbezügliches "Fördermodell".
Zusätzlich wurden, um das Angebot zu vergrößern und im Freizeitbereich eine Verbesserung zu erzielen, gesetzlich umgesetzt: 

  • neben der klassen-, schulstufen- und schulübergreifenden Angeboten auch eine schulartenübergreifende ganztägige Schule (grundsätzlich 15 Schüler/innen)
  • Sollte unter diesen Bedingungen keine Gruppe zustande kommen, kann bereits ab 12 angemeldeten Schülerinnen und Schülern eine Gruppe eröffnet werden. 
  • Für den Bereich der Freizeitpädagogik wird eine Ausbildung als "akademischer Freizeitpädagoge" (zwei Semester, berufsbegleitend) an Pädagogischen Hochschulen eingerichtet. 

Weiters wurde in der verschränkten Form der ganztägigen Schule der Freitagnachmittag flexibler geregelt. 

Geändert am: 18.07.2016

Nach oben