Jugendcoaching
Beratung und Orientierung für ausgrenzungs- und schulabbruchsgefährdete Jugendliche

Mit Herbst 2013 ist der österreichweite Vollausbau der Maßnahme „Jugendcoaching“ des Sozialministeriumsservices im Auftrag des Sozialministeriums in enger Kooperation mit dem BMB vollzogen. Ziel des Jugendcoachings ist es, schulabbruchs- oder ausgrenzungsgefährdete SchülerInnen ab dem individuellen 9. Schulbesuchsjahr zu identifizieren, zu beraten und im Bedarfsfall längerfristig zu begleiten. Jugendcoaching zielt auf einen gelingenden Übergang zwischen Schule und Beruf bzw. Sekundarstufe I und II und unterstützt Jugendliche in prekären Situationen in ihrer Bildungslaufbahn.

Mit dem Jugendcoaching wird vor allem die Prävention als auch die Intervention bei Schulabbruchs- und Ausgrenzungsgefährdung gestärkt. SchülerInnen zwischen 15 und 19 Jahren und im Bedarfsfall darüber hinaus erhalten im Jugendcoaching die Möglichkeit, von professionell ausgebildeten Jugendcoaches (Grundberuf: SozialarbeiterInnen oder PsychologInnen) beraten und über eine längere Zeit (bis zu 30 Stunden in einem Jahr) hinweg begleitet zu werden. Die Umsetzung erfolgt über externe Partner des Bundessozialamtes (Träger/Vereine), die mit den Schulen eng zusammenarbeiten. Das Angebot ist freiwillig für SchülerInnen und basiert auf einer dreistufigen Methode des Case-Managements (Einzelfallhilfe).

Ziele des Jugendcoachings sind

  • ausgrenzungs- und schulabbruchsgefährdete SchülerInnen einzeln zu beraten und zu begleiten, sodass der individuell richtige Bildungsweg gefunden wird,
  • verstärkt Orientierung in Bezug auf die eigene Bildungs- und Berufslaufbahn zu geben, speziell auch für Jugendliche mit SPF (die bis 2011 durch die Maßnahme Clearing betreut wurden),
  • bei der Bewältigung von psychosozialen Problemen, die einen erfolgreichen Bildungsweg gefährden, zu unterstützen und
  • zu anderen Beratungsstellen bzw. auch zu Praktikumsplätzen weiter zu vermitteln.

Die Einführung von Jugendcoaching sowie qualitätssichernder Maßnahmen in Schule und Unterricht zeigen Wirkung - laut Berechnungen zur EU-Benchmark Early School Leaving (Arbeitskräfteerhebung) erreichten 7,3% Jugendliche im Alter von 18-24 Jahren im Jahr 2015 keinen Schulabschluss und waren aktuell nicht in Ausbildung. Die Schulabbruchsquote sinkt tendenziell, mit einem leichten Anstieg im Jahr 2015 (statistische Schwankungsbreite). 

Prozesse an den Schulen

Mithilfe eines Erhebungsbogens mit acht Kriterien identifizieren die jeweiligen Klassenvorstände gefährdete SchülerInnen ab dem individuellen 9. Schulbesuchsjahr und geben die Namen der SchülerInnen mit einer Einverständniserklärung der Eltern an die Jugendcoaches weiter. Die identifizierten SchülerInnen sind auf einer Klassen- und Schulliste einzutragen. Das Angebot Jugendcoaching kann aber von jedem Jugendlichen ab 15 Jahren unabhängig von einer Zuweisung durch LehrerInnen in Anspruch genommen werden.
In der Verantwortung des Schulleitung liegt es, am Schulstandort für die gelingende Kommunikation und Kooperation zwischen Schule und Jugendcoaching Sorge zu tragen bzw. eine verantwortliche Person dafür zu nominieren.  

Kooperation und Vernetzung

Mit der Einführung des Jugendcoachings stehen vielen Schulen nun eine Reihe unterschiedlicher Personen mit Beratungsaufgaben wie Schüler- und BildungsberaterInnen, Beratungs-BetreuungslehrerInnen und PsychagogInnen, SchulsozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen zur Verfügung. Eine gute Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen diesen BeraterInnen ist für den Aufbau eines effektiven Unterstützungssystems am Schulstandort von zentraler Bedeutung. Diese Vernetzung und Zusammenarbeit sollte von der Schulleitung, z.B. durch Einrichtung bzw. die Bereitstellung von Infrastruktur für HelferInnenteams ermöglicht und gefördert werden. Ebenso wichtig ist es, dass die an der Schule tätigen BeraterInnen mit ihren Angeboten allen LehrerInnen der Schule bekannt gemacht und bei Bedarf in Schulentwicklungsmaßnahmen einbezogen werden.

Die jeweiligen Landesstellen des Sozialministeriumsservices finden Sie unter den Links.  

Kontakt:

Dr.in Andrea Fraundorfer
BMB 
Freyung 1
1010 Wien
T +43 1 53120-4723
andrea.fraundorfer@bmb.gv.at

Vollausbau der Maßnahme "Jugendcoaching" im Herbst 2013, Bekanntgabe 

Erlass vom 3. September 2013


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Flyer

Geändert am: 28.03.2017

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