Rechtschreibung

Die Rechtschreibreform, welche in einer internationalen Absichtserklärung in Wien unterzeichnet wurde, war 1996 abgeschlossen.

Mit der Umsetzung in den Schulen wurde 1998 begonnen. 2004 nahm ein internationaler Rat für deutsche Rechtschreibung seine Tätigkeit auf.

Er wurde eingesetzt, um die Erfahrungen und Erkenntnisse aus mehreren Jahren der Anwendung der neuen Rechtschreibung zu untersuchen und in ein endgültiges Regelwerk einfließen zu lassen. Dieses Regelwerk lag 2006 vor und ist nun gültige Grundlage der neuen Rechtschreibung in Schule und Verwaltung.

Zu den langfristigen Aufgaben des Rates zählen u.a. die Beobachtung der Entwicklung der Sprachpraxis und des Schreibgebrauchs sowie sie Weiterentwicklung des ortografischen Regelwerks im notwendigen Umfang.

Verbindliche Grundlage für den Unterricht ist das Österreichische Wörterbuch.

Die Informationsbroschüre „Wie schreibt man recht?“ (pdf, 765 KB) gibt über die wichtigsten Änderungen und Regelungen Auskunft und nennt auch Beispiele.

Geschlechtergerechter Sprachgebrauch in Texten

Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur setzt sich für eine sprachliche Gleichbehandlung von Mädchen und Burschen bzw. Frauen und Männern in allen Bereichen der Gesellschaft ein. Dies gilt natürlich auch für die österreichischen Schulen und den Unterricht.

Aufgrund mehrerer im öffentlichen Schreibgebrauch verwendeter Schreibweisen, die darauf zielen, Männer und Frauen gleichwertig im Text anzusprechen, stellt das Unterrichtsministerium ein Informationsschreiben (pdf, 22 KB) zur Verfügung, in dem Empfehlungen zum geschlechtergerechten Schreibgebrauch gegeben werden.

Zusammenfassend wird festgestellt, dass bei geschlechtergerechtem Sprachgebrauch die vollständigen Paarformen, also sowohl die weibliche als auch die männliche Form (Schülerinnen und Schüler) angeführt werden. Bei sogenannten „Sparschreibungen“ werden weibliche und männliche Endungen durch einen Schrägstrich getrennt (der/die Schüler/in bzw. die Schüler/innen) oder es wird anstelle des Schrägstrichs ein großes „I“ („Binnen-I“) geschrieben (SchülerInnen).

Geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen, Funktions- oder Institutionsbezeichnungen, aber auch Umformulierungen sind ebenfalls Strategien, geschlechtsneutral zu formulieren.

Für den Unterricht empfiehlt das Unterrichtsministerium bis inklusive der Sekundarstufe I die explizite Nennung der weiblichen und männlichen Form zu lehren und keine Sparschreibungen zu verwenden. Genannte Sparschreibungen sollen in der Sekundarstufe II im Unterricht thematisiert werden. Grammatikalisch falsche Formulierungen infolge einer Sparschreibung sind im Unterricht zu besprechen.

In Sprachlehrbüchern ist grundsätzlich die Nennung der vollständigen Paarformen zu lehren, ab der Sekundarstufe II sollen auch die Sparschreibungen thematisiert werden.


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Geändert am: 19.02.2015

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