Frühzeitiger Schulabbruch - Early School Leaving - Drop-Out

Frühzeitiger Schulabbruch ist sowohl ein individuell als auch ein gesellschaftlich relevantes Problem, das im Kontext von Bildungsarmut und Chancengerechtigkeit steht. Bildungsarmut zeigt sich einerseits in Zertifikatsarmut (also in fehlenden Schulabschlüssen) als auch in Kompetenzarmut (z.B. in mangelnden Fähigkeiten in den Bereichen Lesen, Mathematik oder Naturwissenschaften). Für das Phänomen Schulabbruch gibt es komplexe Ursachen und Wirkungszusammenhänge, die sich erst durch das Zusammenspiel von sozioökonomischem Milieu, (fehlenden) individuellen Problemlösungsstrategien und systemischen Bedingungen (z.B. hohe Selektivität des Schulsystems,…) erklären lassen. Frühzeitiger Schulabbruch vermindert spätere Lebens- und Berufschancen und trägt langfristig dazu bei, dass persönliche Risiken wie Gesundheitsgefährdung, soziale Ausgrenzung oder Arbeitslosigkeit über die Lebensspanne hinweg hoch sind.

Österreich liegt in Bezug auf den EU-Benchmark zum Schulabbruch relativ gut im europäischen Vergleich (7,3 % im Jahr 2015  bei den 18-24 Jährigen, die keinen Abschluss der Sekundarstufe II oder einer Lehre haben bzw. sonst in keiner Ausbildung sind). Zu bedenken ist jedoch, dass nicht allein Schulabschlüsse zählen, sondern auch ausreichend Kompetenzen vorhanden sein müssen, um ein beruflich erfolgreiches und privat gelingendes Leben zu führen.

Um über entsprechende Daten für eine evidence based policy zu verfügen, hat das Bildungsministerium mehrere Studien beauftragt. Diese stehen im Folgenden als Download zur Verfügung.

Darüber hinaus werden eine Reihe von Studien, Dokumenten und Publikationen – national wie aus dem europäischen Zusammenhang - zum Thema frühzeitiger Schulabgang und Chancengerechtigkeit in der Bildung für Interessierte präsentiert.

Bundesregierung startet Informationsoffensive zur AusBildung bis 18 gemäß Ausbildungspflichtgesetz:

Nationale Strategie zur Verhinderung frühzeitigen (Aus-)Bildungsabbruchs

Im Juli 2016 beschloss die österreichische Bundesregierung das Ausbildungspflichtgesetz (APflG). Das Gesetz verpflichtet alle Unter-18-Jährigen, einer Bildungs- oder Ausbildungsmaßnahme bzw. einer auf diese vorbereitende Maßnahme nachzugehen. Damit soll Schulabbruch verhindert und die Jugendarbeitslosigkeit verringert werden. https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/I/I_01178/index.shtml

Das BMB hat seine 2012 entwickelte Strategie gegen (Aus-)Bildungsabbruch entlang der drei Bereiche Prävention, Intervention und Kompensation überarbeitet und trägt durch zahlreiche Maßnahmen dazu bei, dass Jugendliche ihre (Aus-)Bildungswege erfolgreich abschließen können. 

Nationale Strategie zur Verhinderung frühzeitigen (Aus-)Bildungsabbruchs

Broschüre „Weil Bildung zählt“: Maßnahmen des BMB zur Verhinderung von frühzeitigem Schulabbruch 

Broschüre

Nationaler Bildungsbericht

Fokussierte Analysen zu frühen Bildungsabbruch - neue Erkenntnisse zu Ausmaß und Ursachen (Mario Steiner, Gabriele Pessl & Michael Bruneforth)

Nationaler Bildungsbericht 2015

Neset II Report „Structural Indicators for Inclusive Systems in and around Schools“ 

Report

European Toolkit for Schools: Promoting inclusive education and tackling early school leaving

European Toolkit for Schools

Diese Plattform wurde von der europäischen Arbeitsgruppe zum Thema Schulabbruch erstellt und bietet Beispiele, konkrete Ideen und Materialien für Schulen, um Schulabbruch mithilfe eines ganzheitlichen Ansatzes zu verhindern. 

Empfehlungen der europäischen Arbeitsgruppe zu frühzeitigem Schulabbruch: „A Whole School Approach to Tackling Early School Leaving“ 

Empfehlungen der Arbeitsgruppe aus 2013 

Aktuelle Datenlage zur EU-Benchmark

Fachtagung „WHO FAILS? - WHAT WORKS? – Der andere Blick auf Bildungsbenachteiligung und Schulabbruch sowie Ansätze von Guidance“

Mehr als 160 Personen nahmen an der Guidance-Fachtagung 2015 teil. Die Tagung thematisierte die strukturellen Ursachen und Hintergründe von Bildungsbenachteiligung und Schulabbruch und zeigte Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung von ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen auf.

Studie des Instituts für Kinderrechte und Elternbildung zu „Lost in Transition – Makrostrukturelle Voraussetzungen für ESL- und NEET-Raten in europäischen Staaten“

Symposium „Ene, meine, muh, und raus bist du … Pädagogische, soziale und strukturelle Dimensionen von Bildungsbenachteiligung und Schulabbruch“

am 19.1.2015 an der PH Salzburg

Jugendliche und junge Erwachsene mit geringen Kompetenzen

Beitrag von Bacher et al. in „Schlüsselkompetenzen von Erwachsenen – Vertiefende Analysen der PIAAC-Erhebung 2011/12“ (Kapitel 13, S. 280-295). 

Statistische Daten zum Schulabbruch – Verlustraten in den einzelnen Schularten (Statistik Austria):  

Rückblick auf die EU-Veranstaltungen im Rahmen des Projekts IBOBB

Reducing early school leaving: Key messages and policy support
Endbericht der Thematischen Arbeitsgruppe zu frühzeitigem Schulabbruch

Deutsche Übersetzung der OECD-Publikation „Equity and Quality in Education“: Chancengerechtigkeit und Qualität in der Bildung. Förderung benachteiligter Schüler/innen und Schulen

Michael Bruneforth, Christoph Weber & Johann Bacher: Chancengerechtigkeit und garantiertes Bildungsminimum in Österreich

Beitrag im Nationalen Bildungsbericht 2012 

Maßnahme Jugendcoaching

Mit Herbst 2013 ist der österreichweite Vollausbau der Maßnahme Jugendcoaching vollzogen. Das Kooperationsprojekt zwischen Sozial- und Unterrichtsministerium, das schulabbruchsgefährdete und ausgrenzungsgefährdete SchülerInnen am Ende der Schulpflicht durch so genannte Jugendcoaches berät und bei Bedarf auch länger begleitet, wird von durch das Bundessozialamt beauftragten Trägerinstitutionen umgesetzt.

Jugendcoaching

Neue Studie „Quo Vadis Bildung? Eine qualitative Längsschnittstudie zum Habitus von Early School Leavers“ von Erna Nairz-Wirth 

Professionalisierung von Lehrerinnen und Lehrern im Bereich der Prävention und Intervention von Schul- und Ausbildungsabbruch

Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Erna Nairz-Wirth

PDF

"Handlungsempfehlungen für Lehrende, Schulleitung und Eltern zur erfolgreichen Prävention von Schulabsentismus und Schulabbruch"

Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Erna Nairz-Wirth

PDF

Aktualisierte Handreichung für Lehrer/innen zur Verhinderung von frühzeitigem (Aus-)Bildungsabbruch

„ … damit niemand rausfällt!“
Grundlagen, Methoden und Werkzeuge für Schulen zur Verhinderung von frühzeitigem (Aus-)Bildungsabbruch

Handreichung

Beispiele für aktuelle präventive Maßnahmen im Bildungsbereich:

Die schulischen Maßnahmen zur frühzeitigen Bekämpfung des Schulschwänzens, der Schulverweigerung und des Schulausstiegs sind - aufgrund der Komplexität der Ursachen - oft nicht explizit auf die Prävention von frühzeitigem Schulabgang ausgerichtet und werden nur langfristig auf unterschiedlichen Systemebenen im Innenraum der Schule, in der Schule als System und im Umfeld wirksam:

OECD, “No More Failures - Ten Steps to Equity in Education

High costs of low educational performance - OECD 2010

Aktuelle OECD-Studie zu den langfristigen ökonomischen Effekten von Bildung. Für Österreich werden - bei einer Anhebung des PISA Niveaus aller Schüler/innen auf mindestens 400 PISA-Punkte.(innerhalb der nächsten 20 Jahre) - langfristig Wachstumseffekte in dreifacher Größe des aktuellen BIPs prognostiziert.

Sehr interessante Analyse und Zusammenfassung von Good practices in Europa hinsichtlich sozial benachteiligter Jugendlicher, insbesondere Maßnahmen zur Prävention bzw. Reintegration von Drop-outs .

Expertenartikel im Nationalen Bildungsbericht 2009

European Commission: Education & Training

Early school leaving
Early school leaving is an urgent and serious problem, both for individuals and society as a whole. The EU Member States work together to reduce the number of pupils who drop out before the end of secondary education.   

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen

Commission Staff Working Paper: Reducing early school leaving

Time out! Step in! „Early School Leaver“ Strategie – Umsetzung in Österreich

Die Studie der Steirischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft zeigt Strategien und Maßnahmen zur Verhinderung von frühzeitigem Schulabbruch in Österreich auf und stellt diese in einen internationalen Kontext. August 2011

Stop Dropout! ist ein europäisches Projekt zur Reduzierung von Abbruchsraten im Schul- und Ausbildungssystem

OECD: Overcoming School Failure: Policies that work

Kontakt
Dr.in Andrea Fraundorfer
BMB, Abt. I/8
Freyung 1
1010 Wien
T +43 1 53120-4723
andrea.fraundorfer@bmb.gv.at

Geändert am: 08.03.2017

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