Soziales Lernen

Miteinander respektvoll, rücksichtsvoll und verantwortungsvoll umzugehen, kann gelernt werden (s. Download unten).
Soziales Lernen bietet eine Entwicklungschance für jede Persönlichkeit. Diese sollte möglichst früh sowohl auf der individuellen als auch auf der gesellschaftlichen Ebene gezielt gefördert werden - es ist ein lebensbegleitender Lernprozess.

Die Familie, der Freundeskreis und die Schule sind die Orte, an denen - bewusst und unbewusst - soziale, partizipatorische Fähigkeiten und Sozialkompetenzen vermittelt, gelernt und angewandt werden.
Grundlage einer Schule, in der auf Basis von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung gelehrt und gelernt wird, ist gezieltes soziales Lernen. Dazu tragen alle Schulpartner bei.

Schülerinnen und Schüler benötigen eine Schule, die als Erfahrungs- und Lernfeld für sie wirkt, z.B.

• durch Grundlagen in den Lehrplänen der allgemeinbildenden wie auch der berufsbildenden Schulen
Lehrpläne der Allgemein bildenden Schulen
Lehrplan AHS
Lehrpläne berufsbildende Schulen

• im Projektunterricht
Grundsatzerlass zum Projektunterricht
Projektunterricht: Tipps zur Umsetzung

• bei Modellen der konstruktiven Konfliktlösung
Peer-Mediation an österreichischen Schulen

• durch die differenzierte Förderung von Begabungen und Talenten, Interessen und Neigungen von Schülerinnen und Schülern - sowohl im intellektuellen als auch im emotionalen und sozialen Bereich.
Begabungs- und Begabtenförderung

Im Bereich des Sozialen Lernens gibt es zu den oben genannten Bereichen viele vorbildliche Projekte.

Das Österreichische Zentrum für Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen (ÖZEPS – s. Leitbild und Zielsetzungen) ist eine schulartenübergreifende Einrichtung des BMUKK zur Sammlung und Aufbereitung wissenschaftlicher Analyse und zur bundesweiten Vernetzung der Aktivitäten als Grundlage für erfolgreiche pädagogische Gesamtkonzepte an Bildungseinrichtungen.

Der erste, grundlegende Teil der Publikationsreihe des ÖZEPS:
Franz Hofmann: Persönlichkeitsstärkung und soziales Lernen im Unterricht. Wien, Februar 2008. ISBN 978-3-85031-099-4.

Publikation

Der Autor geht in der wissenschaftsbasierten Handreichung davon aus, dass

  • soziales Lernen den Aufbau positiver Beziehungen, die Fähigkeit, das eigene Tun zu reflektieren und andere wahr- und anzunehmen beinhaltet,
  • soziales Lernen dazu beiträgt, miteinander wertschätzend, rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst umzugehen,
  • soziales Lernen ein integraler und wesentlicher Bestandteil des Unterrichts ist,
  • soziales Lernen immer stattfindet.

Folgende Fragen werden auch praxisorientiert angesprochen:
Welche Maßnahmen können getroffen werden, wenn beim Lernen das „Ich“ auf dem Spiel steht?
Wie können Lernsettings gestaltet werden, um individuelles Lernen in der Klasse unter Leistungsaspekten zu gewährleisten?
Welche Umstände erschweren die Förderung von Ich- und Sozialkompetenz?
Wie kann eine Kultur des „Voneinander-Lernens“ im Kollegium aufgebaut werden, im Sinne eines Peerlearnings unter Lehrer/innen?

Die umfassende empirische Studie „Das Befinden von Kindern und Jugendlichen in der österreichischen Schule - Befragung 2005“ von Ferdinand Eder (Universität Salzburg), Reihe Bildungsforschung des BMUKK, Band 20, Studienverlag 2007, zeichnet ein realistisches Bild von Schule aus Sicht der Schüler/innen und macht erfolgreiche Ergebnisse ebenso wie bestehenden Veränderungsbedarf sichtbar.
Allgemein stellen die Ergebnisse der aktuellen Befindlichkeitsstudie der österreichischen Schule ein recht positives Zeugnis aus. Es wird belegt, dass das Wohlbefinden und die Höhe der Belastungen der Schüler/innen in großem Zusammenhang mit der Qualität des schulischen Arbeitsplatzes sowie der sozialen Integration bei Schüler/innen und Lehrer/innen stehen.
Schulen, die positives Befinden fördern, unterstützen ihre Schülerinnen und Schüler bei der Erfüllung der schulischen Aufgaben, fördern ihre Bereitschaft zum Lernen und leisten auch einen Beitrag zur Prophylaxe im Hinblick auf unerwünschtes Verhalten. Die Ergebnisse lassen es insgesamt lohnend erscheinen, der Förderung positiven Befindens in der Schule erheblich mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
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Weitere Publikationen des ÖZEPS:

Geändert am: 28.03.2017

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