Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern

Das Bildungsministerium hat das Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ in den Lehrplänen aller Schularten verankert. Dies entspricht dem Grundsatz des Gender Mainstreaming, zu dem sich die Europäische Union und die österreichische Bundesregierung bekannt haben.

Jahr des Inkrafttretens des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“:

1995 Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip (Erlass von Bundesministerin Elisabeth Gehrer, Zl. 15.510/60-Präs.3/95, vom 15. November 1995). Dieser Erlass informiert über die Begründung zur Einführung des UP, die damit verbundenen Ziele und Inhalte sowie über die Umsetzung.
Seit 1995: Aufnahme in die Lehrpläne der verschiedenen Schularten:
1995
  • Handelsakademien und Handelsschulen
  • Kollegs für Kindergartenpädagogik
  • Hauptschulen
  • Allgemein bildende höhere Schulen
1996
  • Kollegs für Sozialpädagogik
1997
  • Höhere technische und gewerbliche Lehranstalten
  • Polytechnische Schulen
1999
  • Volksschulen
  • Sonderschulen
  • Fachschulen für Mode und Bekleidungstechnik
  • Hotelfach- und Tourismusfachschulen
  • Höhere Lehranstalten für Mode u. Bekleidungstechnik
  • Höhere Lehranstalten für Tourismus (inkl. Sonderformen)
  • 3jährige Fachschulen für wirtschaftliche Berufe
  • Höhere Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe
2001
  • Berufsschulen
2004
  • Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik
  • Höhere land- und forstwirtschaftliche Lehranstalten
2007
  • Technische, gewerbliche und kunstgewerbliche Fachschulen

Informationsfolder (Deutsch) 
Informationsfolder (Englisch)

Der Schule sind Bildungs- und Erziehungsaufgaben („Unterrichtsprinzipien“) gestellt, die nicht einem Unterrichtsgegenstand zugeordnet werden können, sondern nur fächerübergreifend zu bewältigen sind. Das Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" soll dazu beitragen, alle im Bildungsbereich tätigen Personen zu motivieren, Fragen der Gleichstellung der Geschlechter verstärkt in den Lehrinhalten der Lehrpläne, im Unterricht, in den Schulbüchern und sonstigen in Verwendung stehenden Unterrichtsmitteln zu berücksichtigen sowie die Diskussion an den Schulen über diese Themen zu intensivieren.

Mit dem Unterrichtsprinzip sind folgende inhaltliche Anliegen verbunden:

  • Bewusstmachung von geschlechtsspezifischer Sozialisation durch Familie, Schule, Medien und Arbeitswelt sowie von Auswirkungen dieser Sozialisation auf die Ausbildungs- und Berufswahl, Lebensplanung, Freizeitgestaltung und das eigene Denken und Verhalten (wie Körpersprache, Kommunikation, Rollenvorstellungen usw.) in jeweils altersadäquater Form.
  • Wahrnehmung von Ursachen und Formen geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung im Privatbereich und in der Arbeitswelt, der damit verbundenen Berufschancen und Arbeitsbedingungen sowie der unterschiedlichen Repräsentanz von Frauen und Männern in bestimmten Bereichen (wie Politik, Bildungswesen, Kunst, Wissenschaft, Handwerk, Technik) in der Vergangenheit und Gegenwart.
  • Erkennen möglicher Beiträge zur Tradierung und Verfestigung von Rollenklischees im Lebensfeld Schule (und anderer Lebensfelder) durch Lehrinhalte, Unterrichtsmittel und Verhaltensweisen aller Schulpartner.
  • Reflexion des eigenen Verhaltens , der Interaktionen im Unterricht, des täglichen Umgangs miteinander, der eigenen Geschlechtsrollenvorstellungen.
  • Bewusstmachen von alltäglichen Formen von Gewalt und Sexismus in der Schule, am Arbeitsplatz, in den Medien; Aufzeigen von Möglichkeiten zur Prävention und Intervention sowie von Schritten zum partnerschaftlichen Umgang miteinander
  • Förderung der Bereitschaft zum Abbau von geschlechtsspezifischen Vorurteilen und Benachteiligungen, Förderung bzw. Ausgleich von Defiziten in Bezug auf sozialkooperative Verhaltensweisen und Selbstvertrauen sowie Förderung des partnerschaftlichen Verhaltens von Buben und Mädchen.

Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" [Volksschule]

Publikation

Diese Publikation (aktualisierte Auflage 2011) für Lehrerinnen und Lehrer an Volksschulen beinhaltet u. a. folgende Themen: Sozialisation, gendersensible Pädagogik, Männer als Volksschullehrer, Diversität und Individualisierung, Schul- und Kinderbücher, Schulfreiräume, Berufsorientierung, Buben und Hausarbeit, digitale Medien, Elternarbeit, Anregungen für die einzelnen Unterrichtsgegenstände sowie Literatur und Links.

Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" [Ab der 5. Schulstufe]

Publikation

Diese Publikation (aktualisierte Auflage 2011) für Lehrerinnen und Lehrer an Hauptschulen und AHS-Unterstufen mit Informationen und Anregungen zur Umsetzung ab der 5. Schulstufe beinhaltet folgende Themen: Koedukation, gendersensible Pädagogik, Diversität und Individualisierung, Sprache, Schulbuchanalysen, Berufsorientierung und Lebensplanung, Interaktion und Kommunikation, Gewaltprävention, Medienkompetenz und viele praktische Anregungen für die einzelnen Unterrichtsgegenstände sowie Literatur und Links.

Informationen und Anregungen zur Umsetzung in der Berufsschule

Broschüre

Diese Publikation (aktualisierte Auflage 2011) für Lehrerinnen und Lehrer an Berufsschulen enthält neben allgemeinen Informationen zu Gender Mainstreaming und zur Einführung des Unterrichtsprinzips "Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern" Ergebnisse von empirischen Studien (Vergleich 2002 und 2010) über Meinungen und Einstellungen von Berufsschülerinnen und Berufsschülern zum Thema "Gender". Weiters ein umfangreicher Praxisteil (mit Themen wie: Das Vorstellungsgespräch, gleiches Entgelt, Gewalt, Alkohol, Gesprächsverhalten, Darstellung in den Medien).  

Informationen und Anregungen zur Umsetzung an höheren technischen Lehranstalten

Ausgehend von einem Strategiepapier der „AG Gender & Diversity an HTLs“ wurde 2011 Handlungsbeispiele „Schülerinnen an HTLs“ erarbeitet. Die Publikation enthält Best-practice-Beispiele, wie sie an Schulstandorten bereits praktiziert werden. 2012 wurde eine Umsetzungsempfehlung für gender- und diversitygerechtes Unterrichten für Lehrkräfte im fachpraktischen Unterricht an HTLs herausgegeben. In den Lehrplänen und Bildungsstandards findet sich explizit das Ziel eines geschlechter- und diversitysensiblen Unterrichts in Hinblick auf alle inhaltlichen und handlungsorientierten Dimensionen der kompetenzorientierten Ausbildungen.

Leitfaden zur Darstellung von Frauen und Männern in Unterrichtsmitteln

Als Hilfestellung zur Orientierung bei der Erstellung und Einschätzung von Schulbüchern, Filmen und anderen Unterrichtsmitteln sowie zur Auseinandersetzung mit deren Inhalten dient ein Leitfaden zur Darstellung von Frauen und Männern in Unterrichtsmitteln. Er enthält Leitfragen für die Themenbereiche: Verhalten, Lebensweisen, Arbeit und Gesellschaft.

Sämtliche Unterlagen sind zu bestellen bei:
AMEDIA
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F +43 1 9821322-311
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Geändert am: 30.01.2017

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