Schuldaten: Volksschulen über konkrete Veröffentlichung ab Herbst informiert
Das Bildungsministerium setzt den angekündigten Prozess zur Veröffentlichung standortbezogener Schuldaten fort. Damit soll ein Diskurs auf Basis von Daten angestoßen und ermöglicht werden, der die Qualität von Standort und Unterricht– durch mehr Transparenz, durch Information und durch die Einbindung der Schulpartner erhöht
Wie bereits bei Präsentation des Projektes angekündigt wird im Herbst 2026 mit der Primarstufe gestartet. Bereits in den vergangenen Tagen wurden die Schulleitungen der Volksschulen über die Daten informiert, die ab dem Schuljahr 2026/27 zu ihrem Standort öffentlich werden. In einer internen Vorab-Ansicht können Schulleitungen diese Daten einsehen, sie einordnen und sich so auf die externe Veröffentlichung im Herbst vorbereiten.
Relative Einordnung, keine absoluten Werte
Folgende Daten werden ab Herbst veröffentlicht: (jeweils als Durchschnittswert der vergangenen drei Jahre):
- Anzahl der Schülerinnen und Schüler
- Anzahl der Klassen
- Durchschnittliche Klassengröße
- iKMPLUS Schulmittelwert Deutsch Lesen im unteren/mittleren/oberen Drittel vergleichbarer Schulen
- iKMPLUS Schulmittelwert Mathematik im unteren/mittleren/oberen Drittel vergleichbarer Schulen
Die Daten aus Kompetenzerhebungen wie der iKMPLUS werden als Mittelwert der drei Testungen 2022/23, 2023/24 und 2024/25 ausgewiesen, und zwar nicht absolut, sondern im Vergleich zu Schulen mit ähnlichen Rahmenbedingungen – also, ob die Ergebnisse der Schule im oberen, mittleren oder unteren Drittel vergleichbarer Schulen liegen. Damit sind keine Rankings und keine unsachlichen Vergleiche von Schulen mit unterschiedlichen Ausgangslagen möglich.
Abgesehen von den Daten soll künftig ein noch umfassenderes und vielschichtigeres Bild von Schule und Unterricht entwickelt werden. Ziel ist es, auch qualitative Aspekte des Schullebens abzubilden – etwa Einblicke in laufende Projekte, pädagogische Schwerpunkte oder das gelebte Schulklima. Damit sollen Schulen eine breite Plattform zur Präsentation ihres Standortes bekommen und Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie die interessierte Öffentlichkeit eine fundierte Orientierung erhalten
Transparenz stärkt Vertrauen und ermöglicht datenbasierte Weiterentwicklung
„Mit der Veröffentlichung standortbezogener Schuldaten schaffen wir mehr Transparenz im österreichischen Bildungssystem und stärken damit das Vertrauen in öffentliche Institutionen. Außerdem ermöglichen wir eine faktenbasierte Diskussion über Bildung. Es geht nicht um Rankings, sondern um die Weiterentwicklung von Schule und Unterricht, basierend auf Evidenzen und Daten. Ich möchte, dass die Schulen voneinander lernen können und wir wollen die Weiterentwicklung der Standorte gezielt unterstützen. Außerdem soll den Erziehungsberechtigten ein transparentes Bild gezeigt werden“, betont Bildungsminister Christoph Wiederkehr.
Intensive Begleitung der Schulen durch das Bildungsministerium
Die Veröffentlichung ist eine Neuerung und stellt einen Kultur- und Systemwandel im österreichischen Schulsystem dar. Entsprechend setzt das Bildungsministerium auf eine umfassende Information und Begleitung der Standorte auch durch die Schulaufsicht. Alle Volksschulen erhielten bereits in den letzten Tagen vorab Zugriff auf jene Daten, die ab Herbst für ihre Schule einsehbar werden. Zusätzlich gibt es ein entsprechendes Unterstützungsangebot für Schulleitungen. Direktorinnen und Direktoren können sich in wöchentlichen Sprechstunden über die bevorstehende Veröffentlichung, die dargestellten Daten sowie deren Einordnung und Interpretation informieren.
„Die Schulen werden mit diesem Prozess nicht allein gelassen. Uns ist wichtig, dass alle Beteiligten die veröffentlichten Daten verstehen, richtig einordnen können und die Chancen erkennen, die mit mehr Transparenz verbunden sind. Deshalb setzen wir auf frühzeitige Information, intensive Begleitung und laufenden Austausch mit den Schulstandorten“, so Wiederkehr.
Die Veröffentlichung der standortbezogenen Schuldaten erfolgt ab Herbst 2026 für Volksschulen, 2027 ist die Veröffentlichung standortbezogener Schuldaten für die Sekundarstufe I und nachfolgend für die Sekundarstufe II geplant. Ziel ist es, die datengestützte Schulentwicklung zu stärken, Transparenz im Bildungssystem auszubauen und Bildungsinteressierten ein differenziertes Bild der einzelnen Schulstandorte zu vermitteln.
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