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Marktplatz Lernapps ab sofort online, 862 Schulen bereits angemeldet

Schulen in Österreich stehen vor der Herausforderung, dass es derzeit kein klares Finanzierungsmodell für digitale Lernapps und Plattformen gibt, die auf den im Rahmen der Geräteinitiative bereitgestellten Geräten genutzt werden können. Dies behindert die Nutzung moderner Lehr- und Lernmittel, obwohl die Digitalisierung im Bildungswesen voranschreitet. Ohne geregelte Finanzierung bleibt das Potenzial digitaler Werkzeuge ungenutzt. Das Regierungsprogramm sieht daher ab dem Schuljahr 2025/26 ein Ressourcenpaket vor, das Schulen ab der Sekundarstufe I mit digitalen, interaktiven Lernprogrammen ausstattet. Schwerpunkte sind ausschließlich digitale Lehr- und Lernmittel und individualisiertes sowie KI-unterstütztes Lernen.

Initiative: „Marktplatz Lernapps“ ab Sommersemester des Schuljahres 2025/26

Die Initiative „Marktplatz Lernapps“ soll mit einer niederschwelligen Anschubfinanzierung von Schüler/innen den Einsatz innovativer, geprüfter digitaler Lernmittel in der Schule fördern, um die Modernisierung des Unterrichts in Österreichs Schulen voranzutreiben.

Pilotphase Sommersemester, Schuljahr 2025/26

Im Sommersemester des Schuljahres 2025/26 wird die Initiative „Marktplatz Lernapps“ mit einer Pilotphase für alle Schulen mit einer gesetzlich geregelten Schulartenbezeichnung in der Sekundarstufe I und II – mit Ausnahme der Berufsschulen und der land- und forstwirtschaftlichen mittleren Schulen (ausgenommen Bundes-Forstfachschule) – gestartet (insgesamt 2317 Schulen, 631.451 Schüler/innen). Die Teilnahme an der Pilotphase ist freiwillig: Schulen können selbst entscheiden, ob sie sich beteiligen möchten, und müssen sich dafür aktiv anmelden. Die Pilotphase richtet sich gezielt an Early Adopters, die trotz der verkürzten Zeitspanne für den Auswahlprozess bereits zu Beginn des Semesters Lernapps einsetzen können. Geplant sind Halbjahreslizenzen, die zwischen Ꞓ 1 und 10 pro Schüler/in kosten sollen; insgesamt ist pro Schüler/in ein Betrag von 13 Euro vorgesehen.

Regelbetrieb ab dem Schuljahr 2026/27 vorgesehen

Nach Abschluss der Pilotierungsphase werden die gewonnenen Erkenntnisse systematisch ausgewertet und in die Weiterentwicklung des Modells integriert. Ab dem Schuljahr 2026/27 ist die Überführung in den Regelbetrieb für die Sekundarstufen I und II vorgesehen.

Für die Teilnahme werden Jahreslizenzen mit Kosten zwischen Ꞓ 2 bis Ꞓ 20 pro Schüler/in kalkuliert. Das Gesamtbudget pro Schüler/in beträgt Ꞓ 26 für die Sekundarstufen I und II (insgesamt 761.708 Schüler/innen).

Mit diesen Maßnahmen wird eine praxisnahe Umsetzung und eine breite Wirkung des Modells umgesetzt. Kontinuierliche Qualitätssicherung sowie eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung stehen dabei im Mittelpunkt.

Qualitätssicherung für neue Lernapps

Für die Initiative „Marktplatz Lernapps“ wird ein skalierbares, qualitätsgesichertes Ver­fahren zur Auswahl geeigneter digitaler Lehr- und Lernmittel (DLL) erforderlich. Ziel ist es, ein transparentes und praxistaugliches Qualitätssicherungsmodell zu etablieren, das auf dem bisherigen Verfahren und Kriterien des „Gütesiegels Lern-Apps“ basiert, jedoch hinsicht­lich Skalierbarkeit, Prüftiefe und konti­nuierlicher Rückmeldung weiterentwickelt wurde.

Ablauf der Pilotphase (Sommersemester 2025/2026):

  • Anmeldung: Vom 26. Jänner bis 27. März 2026 ist eine Anmeldung als Early Adopter für die Pilotphase direkt über die Plattform www.marktplatz-lernapps.at möglich. Die Anmeldung muss von der Schulleitung vorgenommen werden. Im Bildungsportal kann die Schulleitung Lehrpersonen berechtigen, die anschließend die Bestellungen vornehmen können.
  • Förderbetrag: Pro Schülerin und Schüler steht ein Förderbetrag von 13 Euro zur Verfügung. Die Schülerzahlen, auf deren Basis das Gesamtbudget der Schule berechnet wird, werden aus der BilDok 2024/25 übernommen. Das entsprechende Guthaben wird im Warenkorb angezeigt und nach der Bestellung um den jeweiligen Betrag vermindert. Die Auswahl und Entscheidung über die zu nutzenden digitalen Lernmittel erfolgt schulautonom, das heißt, es können auch nur einzelne Klassen oder Jahrgangsstufen teilnehmen.
  • Zugang zum Warenkorb: Nach der Anmeldung erhalten die von der Schulleitung berechtigten Personen Zugang zu einem digitalen Warenkorb. Hier kann aus einer Vielzahl qualitätsgeprüfter Lernapps ausgewählt und je nach Bedarf Klassen- oder Schullizenzen bestellen werden.
  • Bestellung: Vom 23. Februar bis 27. März 2026 können Schulen aus dem Angebot auswählen und direkt im Warenkorb bestellen.
  • Testphase: Nach Lieferung können die bestellten Apps für 14 Tage getestet werden. Innerhalb dieser Testphase ist eine Stornierung möglich; anschließend können im Rahmen des laufenden Bestellzeitraums neue Apps ausgewählt und bestellt werden.

Fast 900 Schulen bereits angemeldet

Mit Stand 18.2.2026 haben sich bereits 862 Schulen angemeldet, 50 Anbieter habe sich registriert, 49 wurden freigeschaltet. Von den genehmigten Anbietern wurden insgesamt 320 Produkte angelegt und befinden sich derzeit im Freigabeprozess.

Dazu Bildungsminister Christoph Wiederkehr: „Es freut mich sehr, dass sich bereits knapp 900 Schulen für unsere Initiative „Marktplatz Lernapps“ angemeldet haben. Interaktive Lernprogramme sind für das Lernen der Schülerinnen und Schüler erwiesenermaßen förderlich und werden in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Ich freue mich, dass wir mit dem Marktplatz Lernapps nun endlich ein qualitätsgesichertes und bundesweites Angebot für verschiedenste Apps geschaffen haben. Ich bin mir sicher, dass diese digitalen Lehr- und Lernmittel Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften eine große Unterstützung für einen erfolgreichen Lernfortschritt sein werden!“

Infos unter: Marktplatz Lernapps

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Bildung
Manfred Kling, Mediensprecher
T +43 1 53120-5034
E-Mail: Manfred.Kling@bmb.gv.at