Zukunftsfitte Ausbildung für das Tourismusland Österreich: Neue Lehrpläne für die touristischen Schulen ab 2027
Die Welt verändert sich rasant – und mit ihr die Anforderungen an Bildung und Arbeitswelt. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und neue Berufsbilder verlangen nach einer Schule, die junge Menschen bestmöglich auf die Zukunft vorbereitet. Mit dem von Bildungsminister Christoph Wiederkehr präsentierten Plan Zukunft setzt das Bundesministerium für Bildung umfassende Reformen für ein modernes und chancengerechtes Bildungssystem um. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist die Weiterentwicklung der Lehrpläne in unterschiedlichen Schulbereichen. Gerade im Tourismus, einem der wichtigsten Wirtschafts- und Beschäftigungsbereiche Österreichs, ist eine moderne, praxisnahe und zukunftsorientierte Ausbildung ein entscheidender Standortfaktor.
Mit dem Schuljahr 2027/28 treten daher neue Lehrpläne für die touristischen Schulen in Kraft. Betroffen sind die Höheren Lehranstalten für Tourismus, Fachschulen, Aufbaulehrgänge, Aufbaulehrgänge für Berufstätige sowie Kollegs. Insgesamt umfasst die Reform 27 Schulstandorte mit rund 6.900 Schülerinnen und Schülern sowie rund 980 Lehrpersonen.
„Schule muss sich laufend weiterentwickeln, weil sich auch unsere Gesellschaft und die Arbeitswelt ständig verändern. Mit dem Plan Zukunft stellen wir sicher, dass junge Menschen jene Kompetenzen erwerben, die sie für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben brauchen. Die neuen Lehrpläne verbinden Bewährtes mit Innovation und schaffen mehr Freiräume für die Schulen“, betont Bildungsminister Christoph Wiederkehr.
„Österreichs Tourismus lebt von Qualität, Gastfreundschaft und gut ausgebildeten Menschen. Unsere touristischen Schulen sind seit Jahrzehnten ein zentraler Erfolgsfaktor für den Standort und bilden jene Fachkräfte aus, die unsere Betriebe heute und morgen brauchen. Mit den neuen Lehrplänen wird diese starke Ausbildung weiterentwickelt und noch stärker auf die Anforderungen der Praxis ausgerichtet“, betont Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.
Touristische Schulen sind ein Erfolgsfaktor für Österreich
Die touristischen Schulen zählen zu den Aushängeschildern des österreichischen Bildungswesens und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des Tourismuslandes Österreich. Die neuen Lehrpläne tragen den aktuellen Entwicklungen der Branche Rechnung und stärken gleichzeitig die Praxisorientierung sowie die Zukunftskompetenzen der Schülerinnen und Schüler.
Eine grundlegende Neuerung ist die konsequente Ausrichtung auf Kompetenzen und Zukunftsthemen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und die Sustainable Development Goals, Demokratiebildung, Individualisierung, Berufs- und Lebensweltbezug sowie systemisch-vernetztes und reflektierendes Lernen werden als Querschnittsmaterien in allen Bereichen berücksichtigt.
Mehr Freiraum für die Schulen
Eine Besonderheit der neuen Lehrpläne ist die deutliche Ausweitung der Schulautonomie. Die Schulen erhalten zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bei Stundentafeln, Unterrichtsinhalten, Lern- und Arbeitsformen sowie der Lernorganisation. Dadurch können sie noch flexibler auf regionale Bedürfnisse und die Anforderungen unterschiedlicher Berufsfelder im Tourismus reagieren sowie individuelle Interessen der Schülerinnen und Schüler stärker berücksichtigen.
„Gerade die touristischen Schulen stehen für Praxisnähe, Innovation und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Mehr Schulautonomie bedeutet mehr Möglichkeiten, auf regionale Besonderheiten und die Bedürfnisse der Branche einzugehen. Damit stärken wir den Bildungsstandort ebenso wie den Tourismusstandort Österreich“, so Bildungsminister Christoph Wiederkehr.
„Gerade im Tourismus verändern sich Berufsbilder, Gästeerwartungen und Arbeitsprozesse besonders schnell. Mehr Schulautonomie bedeutet daher mehr Nähe zur Praxis: Die Standorte können künftig noch besser auf regionale Stärken, neue Technologien und die Bedürfnisse der Betriebe eingehen. Damit stärken wir die Ausbildung und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismuslandes Österreich“, so Elisabeth Zehetner.
Neue Unterrichtsgegenstände und moderne Inhalte
Mit den neuen Lehrplänen werden bestehende Inhalte weiterentwickelt und neue Schwerpunkte gesetzt. Zu den innovativen Unterrichtsgegenständen zählen unter anderem: „Marketing und touristische Trends“, das aktuelle Entwicklungen, Fallbeispiele und digitale Werkzeuge stärker in den Fokus rückt; „Recht und Demokratie“, das rechtliche Grundlagen mit Demokratiebildung verbindet; „Wirtschaft, Finanzmanagement und unternehmerisches Handeln“, das betriebswirtschaftliche Inhalte praxisnah bündelt und verstärkt auf digitale Anwendungen und unternehmerische Kompetenzen setzt.
Auch der Bereich der Fremdsprachen wird modernisiert. Die zweite lebende Fremdsprache bleibt weiterhin Teil der standardisierten Reife- und Diplomprüfung, wobei interkulturelle Kompetenzen, mündliche Kommunikation sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz stärker berücksichtigt werden. Die schriftliche Kommunikation wird noch stärker auf touristische Anwendungsfelder ausgerichtet.
Mit dem neuen Gegenstand „Touristischer Echtbetrieb“ wird zudem die Praxisorientierung weiter gestärkt. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf Hotellerie und Gastronomie sowie auf dem Einsatz digitaler Werkzeuge. Das touristische Fachkolloquium verknüpft künftig Tourismus und Wirtschaft im Rahmen der mündlichen Reife- und Diplomprüfung.
Breiter Beteiligungsprozess
Die neuen Lehrpläne wurden in einem umfassenden Entwicklungsprozess erarbeitet. Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, Arbeitnehmervertretungen, Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Direktorinnen und Direktoren sowie Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten waren intensiv in die Ausarbeitung eingebunden. Der Prozess wurde zudem von einem Expertenbeirat begleitet, in dem auch die tourismuspolitische Perspektive des Wirtschafts- und Tourismusministeriums eingebracht wurde.
Damit setzt das Bundesministerium für Bildung einen weiteren wichtigen Schritt im Rahmen des Plan Zukunft und stärkt jene Ausbildungseinrichtungen, die seit Jahrzehnten hervorragend qualifizierte Fachkräfte für eine der bedeutendsten Branchen des Landes hervorbringen. Aus tourismuspolitischer Sicht fügt sich die Reform auch in die Zielsetzungen der Tourismusstrategie Vision T ein. Moderne Ausbildung, starke Fachkräfte, regionale Profilbildung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind zentrale Voraussetzungen, um den österreichischen Tourismus resilient, innovativ und zukunftsfähig aufzustellen.
Kontakt
Bundesministerium für Bildung
Susanne Leiter
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