Bildungskompass startet: Neue Transparenz und Orientierung in Österreichs Schullandschaft
Pressekonferenz Bildungskompass, 8.10.2026 - Presseunterlage
Am 8. Oktober startet der neue Bildungskompass – ein Serviceangebot zu allen Schulen in Österreich – geprüfte Informationen, auf einen Blick, für alle zugänglich unter bildungskompass.gv.at.
Mit dem Bildungskompass schafft das Bundesministerium für Bildung eine zentrale, öffentlich zugängliche Plattform mit umfassenden Informationen zu jeder Schule in Österreich. Am 8. Oktober 2026 erfolgt der erste Launch auf bildungskompass.gv.at. In diesem ersten Schritt werden Basisdaten der Volksschulen, wie z.B.Schulgröße, Klassenstruktur, etc., sowie ausgewählte Kennzahlen zu den an der Schule erbrachten Leistungen veröffentlicht. Ab 2027 folgen die Sekundarstufe I und II und wird der Bildungskompass schrittweise weiter ausgebaut. Ziel ist, mittelfristig ein möglichst umfassendes Bild zu jeder Schule zu zeichnen. Sichtbar werden sollen neben den bereits genannten Basisdaten vor allem auch pädagogische Schwerpunkte, besondere Förderangebote, Gütesiegel oder bestehende Projekte. Jede Schule erhält darüber hinaus die Möglichkeit, selbst Informationen zum Schulprofil im Bildungskompass zu präsentieren. Damit sollen Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und die interessierte Öffentlichkeit eine möglichst mehrdimensionale und qualitätsgeprüfte Informationsgrundlage erhalten. Schule soll in ihrer Vielfalt und Breite dargestellt werden – als Lebensraum, in dem gelernt, gefördert, begleitet und gemeinsam gestaltet wird.
Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten heute Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Sektionschef Martin Netzer den Bildungskompass offiziell vor.
Gerechter Zugang zu Informationen
Die Schullandschaft in Österreich ist bunt und vielfältig. Informationen und Wissen über Schulen sind bis dato jedoch häufig ungleich verteilt: Manche Familien verfügen über persönliche Netzwerke und Erfahrungen, andere sind stärker auf Empfehlungen, soziale Medien oder Zufallsinformationen angewiesen. Das BMB hat es sich mit dem Bildungskompass zum Ziel gesetzt, die Breite des schulischen Angebots für alle gleichermaßen, qualitätsgesichert und übersichtlich zugänglich zu machen. Damit wird Transparenz zu einem Instrument für einen faireren Zugang zu Information.
Transparenz ermöglicht einen neuen Diskurs über Schulentwicklung
Die veröffentlichten Informationen sollen nicht nur Orientierung bieten, sondern auch einen neuen Diskurs über die Weiterentwicklung der Schulen unterstützen. Leistungsdaten zeigen, wo besondere Stärken liegen und wo zusätzliche Unterstützung sinnvoll sein kann. Schulen, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen gute Ergebnisse erzielen, können als Beispiele für andere Standorte dienen. Schulen, die innerhalb ihrer Vergleichsgruppe Unterstützungsbedarf aufweisen, sollen hingegen nicht stigmatisiert, sondern in ihrer Schulentwicklung unterstützt werden. Der Bildungskompass schafft damit auch eine neue Grundlage für Peer-Learning und für Austausch zwischen Schulen: Schulen können sich mit vergleichbaren Standorten auseinandersetzen, erfolgreiche Ansätze kennenlernen und voneinander lernen. Auch die Schulpartner und die breitere Öffentlichkeit können in einen datenbasierten Diskurs über Schulqualität besser eingebunden werden.
Keine Rankings, sondern Kontext
Schule ist mehr als die vor Ort erreichten Leistungen. Der Bildungskompass macht dies sichtbar, und bettet Informationen zu erbrachten Leistungen sorgsam in den jeweiligen Gesamtkontext ein. Ein zentrales Prinzip des Bildungskompasses lautet daher: Kontext statt nackter Zahlen. Bei den iKMPLUS-Ergebnissen werden beispielsweise keine absoluten Testergebnisse oder Mittelwerte veröffentlicht. Stattdessen wird dargestellt, ob eine Schule bei Deutsch-Lesen und Mathematik innerhalb einer Gruppe vergleichbarer Schulen im unteren, mittleren oder oberen Drittel liegt. Ranglisten oder Rankings sind auf dieser Grundlage nicht möglich und gesetzlich nicht vorgesehen.
Damit soll eine zentrale Frage beantwortet werden: Welche Ergebnisse erreicht eine Schule unter den gegebenen Bedingungen? Gerade Schulen, die in herausfordernder Lage gute Ergebnisse erzielen, sollen dadurch sichtbar und ihre Leistungen anerkannt werden.
Schrittweiser Ausbau
Der Bildungskompass wird stufenweise ausgebaut. Zum Start am 8. Oktober 2026 werden die Basisdaten aller Schulen sowie die genannten Leistungskennzahlen für Volksschulen veröffentlicht. Dazu zählen unter anderem Schülerzahlen, Klassenzahlen, durchschnittliche Klassengrößen und die zwei genannten Indikatoren aus der iKMPLUS.
Im weiteren Ausbau folgen unter anderem:
- Analoge Informationen zu den Schulen der Sekundarstufe I und II
- Informationen zum ganztagsschulischen Angebot
- Darstellung von Clusterschulen und Exposituren
- Informationen zu pädagogischen Schwerpunkten und Projekten
- zusätzliche Informationen zu Privatschulen
- Schulformenkennzahlen
- weitere Infrastruktur- und Unterstützungsangebote
Ab dem Schuljahr 2027/28 können Schulen ihr Profil außerdem selbst mitgestalten und beispielsweise auf pädagogische Schwerpunkte, Unterrichtsformen, Projekte oder besondere Angebote aufmerksam machen. Langfristig ist auch die Abbildung von Informationen zum Schulklima und Wohlbefinden geplant. Der Bildungskompass ist damit kein fertiges Endprodukt, sondern ein Schritt für Schritt wachsendes Informationsangebot. Ziel ist ein österreichweit einheitlicher, qualitätsgesicherter und verständlicher Zugang zu Informationen über Schulen.
Bildungsminister Wiederkehr: „Transparenz schafft Fairness und Orientierung“
„Mit dem Bildungskompass schaffen wir einen neuen Blick auf Österreichs Schulen: transparent, verständlich und fair. Eltern sollen nicht darauf angewiesen sein, wen sie kennen oder welches Gerücht sie gehört haben, um sich ein Bild von einer Schule zu machen. Sie sollen auf geprüfte, leicht zugängliche Informationen zurückgreifen können. Wir wollen sichtbar machen, wo Schulen besonders gute Arbeit leisten, aber auch, wo Unterstützung notwendig ist. Transparenz ist deshalb kein Selbstzweck – sie ist ein Werkzeug für mehr Chancengerechtigkeit und für ein Bildungssystem, das besser aus seinen Daten lernt.“