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FAQ Pädagogischer Einsatz von KI

1. Grundlagen, Einstieg und erste Orientierung zum KI-Einsatz im Unterricht

Generative KI umfasst digitale Werkzeuge, die Texte, Bilder oder Vorschläge erzeugen, Informationen strukturieren und beim Üben unterstützen können. Sie kann im Schulkontext Aufgaben erklären, Ideen liefern, sprachlich vereinfachen oder die Differenzierung erleichtern. KI versteht Inhalte aber nicht wie ein Mensch, kennt den Kontext der Schulklasse nicht zuverlässig und kann Fehler oder erfundene Angaben produzieren. Sie ersetzt daher weder Fachwissen, pädagogische Entscheidungen noch die Beziehung zwischen Lehrperson und Lernenden.

Beginnen Sie mit wenigen, klaren Regeln: keine personenbezogenen Daten eingeben, nur jene Tools nutzen, auf deren Nutzung sich der Schulstandort geeinigt hat, Ergebnisse der KI immer prüfen, Quellen angeben und den eigenen Anteil sichtbar machen. Legen Sie außerdem fest, was erlaubt ist (zum Beispiel Ideenfindung, Sprachhilfe) und was nic/ht (zum Beispiel vollständige Abgabe ohne Eigenleistung). Praktisch ist eine kurze Klassenvereinbarung. So entstehen Sicherheit und ein gemeinsamer Rahmen.

Chatbots (zum Beispiel Text-KIs) arbeiten vor allem mit Sprache: Sie erklären, formulieren um, erstellen Aufgaben oder helfen beim Strukturieren. Bild-KI erzeugt oder verändert Bilder auf Basis von Beschreibungen und eignet sich eher für Visualisierungen, kreative Einstiege oder Präsentationen. Andere KI-Tools sind oft auf bestimmte Zwecke spezialisiert, etwa Lesen, Feedback, Übersetzung, Unterstützung bei Recherchen oder der Aufbereitung des Lernstands. Für den Unterricht ist wichtig, das Tool nach dem pädagogischen Ziel auszuwählen und nicht nach dem technischen „Neuheitsfaktor“.

Häufige Fehler sind zu offene Aufgabenstellungen, fehlende Regeln, ungeprüfte Nutzung von Ergebnissen einer KI und zu hohe Erwartungen an die Qualität der Antworten. Ebenso problematisch ist es, nur das Produkt am Ende des Lernprozesses zu bewerten und den Arbeitsprozess nicht sichtbar zu machen. Vermeiden lässt sich das durch kleine Aufgabenstellungen zum Einstieg, klare Kriterien, eine Checkliste zur Prüfung der KI-generierten Ergebnisse und eine kurze Reflexion zur Eigenleistung. Bewährt hat sich: erst gemeinsam am Beispiel reflektieren, dann begleitet üben, erst danach selbstständig einsetzen.

KI-Kompetenz heißt mehr als bedienen können. Lernende sollen verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und welche Folgen ihr Einsatz hat. Das lässt sich in jedem Fach und auf jeder Altersstufe einbauen.

  • Funktionsweise verstehen. KI erzeugt Antworten auf Basis von Wahrscheinlichkeiten aus sehr großen Datenmengen. Sie versteht Inhalte nicht wie ein Mensch. Das erklärt, warum Fehler und erfundene Quellen entstehen.
  • Grenzen erleben. Lassen Sie die Klasse gezielt nach Schwächen suchen, etwa Rechenvorgänge mit falschen Ergebnissen, veraltete Angaben oder erfundene Belege. Solche Experimente prägen sich stärker ein als jede Warnung.
  • Werte und Verzerrungen reflektieren. KI-Systeme sind von Menschen gestaltet. Fragen Sie mit der Klasse: Wen schließen die Trainingsdaten ein, wen nicht? Welche Sichtweisen schlagen sich in den Antworten nieder?
  • Folgen abschätzen. Der Betrieb großer KI-Modelle verbraucht Energie und Wasser. Auch das gehört zu einer ehrlichen Bilanz.

Orientierung für den Kompetenzaufbau bieten der UNESCO-Kompetenzrahmen und das AI-Literacy-Framework OECD und Europäischer Kommission. Am Ende steht mehr als Technikwissen. Schülerinnen und Schüler lernen, KI nicht nur zu nutzen, sondern einzuordnen.

2. Unterrichtsgestaltung und didaktische Einsatzszenarien

  • Ideenfindung: Brainstormings, Alternativen, Schreibanlässe
  • Schreibhandwerk: Rohfassung → Überarbeiten → Varianten vergleichen
  • Üben und Feedback: Erklärungen auf Niveau X, Beispiele, Fehlersuche
  • Differenzierung: gleiche Kompetenz – drei Niveaus, sprachliche Vereinfachung
  • Reflexion: Stärken/Schwächen einer KI-generierten Antwort begründen lassen
  • Multimodal: Bildideen, Strukturvorschläge, Präsentationsraster

Formulieren Sie Aufgaben mit einem klaren Denkauftrag: begründen, vergleichen, prüfen, verbessern, anwenden oder auf das eigene Leben/einen bestimmten Kontext übertragen. Lassen Sie die KI zum Beispiel eine Rohfassung, eine Gegenposition oder ein Beispiel liefern und die Lernenden müssen bewerten, berichtigen oder weiterentwickeln. Gute Aufgaben verlangen einen sichtbaren Eigenanteil (zum Beispiel eigene Beispiele, Transfer, Stellungnahme, Präsentation). Je stärker der Fokus auf Reflexion und Anwendung liegt, desto weniger kann KI das Denken einfach „abnehmen“.

Der bewusste Wechsel ist das Kernstück eines gelungenen Einsatzes von KI. Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen und Argumentieren entstehen dadurch, dass Lernende diese Schritte selbst ausführen. Deshalb gilt:

  • Zuerst ohne KI: Neue Kompetenzen werden in Phasen ohne KI aufgebaut und nachgewiesen. Erst wenn die Lernenden über Grundlagen verfügen, wird KI ergänzend eingesetzt.
  • Kompetenzstand feststellen: Bevor Lernende KI zur Erstellung von Ergebnissen nutzen, stellen Sie fest, was sie bereits selbst können. Sonst übernimmt die KI genau jene Schritte, um die es beim Lernen gegangen ist.
  • Phasen ankündigen: Legen Sie vor jeder Aufgabe fest, ob KI nicht, unterstützend oder für einzelne Arbeitsschritte erlaubt ist, und machen Sie diese Entscheidung gegenüber der Klasse transparent. Das gilt auch für Hausübungen.
  • KI-gestützte Phasen zielgerichtet gestalten: In Phasen mit KI unterstützt sie den Prozess. Sie beantwortet Rückfragen, gibt Hinweise, hilft beim Überarbeiten von Entwürfen und beim Prüfen von Ergebnissen. Die wesentlichen Denk- und Arbeitsschritte bleiben bei den Lernenden.

Ein Beispiel zum Verfassen von Aufsätzen: Ideenfindung und Rohfassung ohne KI, dann KI-gestützte Rückmeldung auf die Rohfassung, Überarbeitung in eigener Verantwortung, abschließend eine kurze Reflexion, was die KI beigetragen hat und was nicht.

So bleibt sichtbar, was Lernende selbst können, und die KI unterstützt den Kompetenzaufbau, statt ihn zu überspringen.

KI kann dabei unterstützen, Texte zu vereinfachen, zu übersetzen oder Glossare zu erstellen. Damit können Lernende auf verschiedenen Sprachniveaus am gleichen Thema arbeiten.

Wichtig: Die Produkte sollen schlussendlich trotzdem einen persönlichen Anteil enthalten, etwa eigene Beispiele oder kurze mündliche Erläuterungen. KI ist Unterstützung, kein Ersatz für Sprachförderung.

KI-Werkzeuge können unterstützend zum Beispiel in folgenden Projektphasen eingesetzt werden:

  • Themenfindung
  • Entwicklung von Fragestellungen
  • Planung von Arbeitsschritten
  • Verteilung von Rollen und Arbeitspaketen
  • Strukturierung von Materialien und Zwischenfeedback

In fächerübergreifenden Settings kann sie helfen, unterschiedliche Formate für Produkte vorzuschlagen. Wichtig ist ein klarer Rahmen: Welche Arbeitsschritte dürfen KI-gestützt sein, welche nicht, und wie wird dokumentiert? So bleibt das Projekt inhaltlich fundiert und die Eigenleistung sichtbar.

Stellen Sie Aufgaben mit klaren Kriterien: Zielgruppe, Thema, Stil, Umfang, Fachbezug und Qualitätsmaßstäbe. Lassen Sie nicht nur „etwas Kreatives“ erzeugen, sondern hinterfragen Sie Auswahl, Begründung und Überarbeitung (zum Beispiel „Wähle die beste von drei KI-generierten Ideen und verbessere sie fachlich.“). Hilfreich sind Leitfragen wie zum Beispiel Was passt zum Lernziel? Was ist originell? Was ist fachlich korrekt? 
So wird Kreativität gezielt gestaltet statt zufällig produziert.

KI kann folgende Dinge gut unterstützen:

  • Vorschläge für Elternbriefe vorbereiten
  • Vorschläge für differenzierte Arbeitsblätter erstellen
  • eigene Texte überarbeiten lassen (Rechtschreibung und Stil verbessern)
  • Vorschläge für Bewertungskriterien formulieren
  • Texte vereinfachen oder gliedern
  • kreative Einstiege zu Unterrichtsthemen erstellen lassen
  • und vieles mehr

Wichtig: Diese Ergebnisse müssen trotzdem immer überprüft und angepasst werden, aber sie verkürzen den Vorbereitungsaufwand deutlich.

Dabei gelten dieselben Regeln wie im Unterricht. Viele dieser Aufgaben berühren personenbezogene Daten, etwa Namen in Elternbriefen oder Noten in Lernstandsübersichten. Hier gilt das Prinzip der Datenminimierung. Besondere Datenkategorien wie Gesundheitsdaten dürfen nie eingegeben werden.

Die Ergebnisse sind Vorschläge und werden vor der Verwendung geprüft und angepasst. So verkürzen sie den Vorbereitungsaufwand deutlich, ohne dass die Verantwortung der Lehrperson abgegeben wird.

3. Differenzierung, Förderung und Lernunterstützung

Drei Niveaus in einem Rutsch

Ziel gleich, Wege verschieden: Lassen Sie sich zu einem Lernziel drei Aufgabenlinien erstellen – Basis, Standard, Erweiterung – jeweils mit Hilfen und Musterlösungen.

Vorlage für einen Prompt:

„Erstelle für das Lernziel [Lernziel] drei Aufgaben auf den Niveaus Basis/Standard/Erweiterung. Für jede Aufgabe: (1) kurze Einordnung des Anspruchs, (2) schrittweise Hilfen in 2–3 Stufen, (3) erwartete Lösung/Beispiellösung, (4) Kriterien für Selbstcheck in Sprache der Schülerinnen und Schüler.“

Lesedifferenzierung in Sekunden

Für Texte und Arbeitsblätter kann KI schnell mehrfache Versionen erzeugen:

  • Sprachniveau (A2/B1/B2), Länge (Kurzfassung/Standard/Langfassung)
  • Unterstützungen wie zum Beispiel ein Glossar einfacher Begriffe, Randfragen, Leitwörter
  • Barrierearm durch klare Struktur, kurze Sätze, Listen statt langer Fließtexte, Vorschläge für Alt-Text für Bilder

Vorlage für einen Prompt:

„Transformiere den folgenden Text für drei Lesestufen (A2/B1/B2). Füge je Version ein Glossar (max. 10 Begriffe), 5 Leitfragen und eine 5-Item-Selbstkontrolle (Ja/Nein) hinzu.“

Scaffolds an/aus (Ein- und ausklappbare Hilfen)

Erstellen Sie ein Arbeitsblatt, das KI-gestützt gleich in drei Fassungen ausgegeben werden kann:

  • mit Leitfragen und Lösungsschritten,
  • mit Leitfragen ohne Lösungen,
  • ohne Hilfen (nur Kriterien)

So können Sie je nach Bedarf Hilfen „freischalten“ oder wieder reduzieren (Fading).

Vorlage für einen Prompt:

„Gib die folgende Aufgabe in drei Fassungen aus: (A) mit Leitfragen und Lösungsschritten, (B) nur Leitfragen, (C) nur Kriterienraster. Thema: …“

Produktdifferenzierung (gleiches Ziel, verschiedene Formate)

KI erstellt Ihnen Auftragskarten für unterschiedliche Output-Formate bei gleichem Kompetenzziel:

  • Text (200/400 Wörter), Audio-Statement (1–2 Min), Poster/One-Pager, Mini-Präsentation (3 Slides), Storyboard für ein Erklärvideo.
  • Je Karte: Ziel, Muss-Kriterien, Zeitrahmen, Abgabeform, Checkliste

Vorlage für einen Prompt:

„Entwirf 5 alternative Produkt-Aufträge zum Lernziel … (Text kurz/lang, Audio, Poster, 3-Slide-Deck, Storyboard). Für jede Alternative: Muss-Kriterien, Zeithinweis (15-30 Min), Bewertungsraster in 4 Stufen.“

Beides ist möglich. Schwächere Lernende profitieren oft von Erklärungen auf einfacherem Sprachniveau oder Beispielen. Gleichzeitig kann zu viel Unterstützung die Eigenleistung reduzieren. Wichtig ist deshalb eine strukturierte Lernumgebung mit klaren Aufgaben, Kriterien und Hilfen.

Bei Überforderung helfen Leitfragen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder differenzierte Aufgabenlinien.

Nutzen Sie KI-Tools dazu, bei gleichbleibendem Inhalt lediglich sprachlich zu vereinfachen. Lassen Sie eine Liste von Fachbegriffen ausgeben oder erklären Sie diese in einem Glossar. Formulieren Sie klare Vorgaben wie Länge von Sätzen, Sprachniveau (zum Beispiel A2/B1) und maximale Kürzung. Prüfen Sie danach zentrale Aussagen, Fachbegriffe und Zahlen. Besonders zuverlässig ist das Ergebnis, wenn Sie die Originalquelle kennen und KI dazu nutzen, umzuformulieren und nicht neue Inhalte zu erstellen.

Nutzen Sie KI um kurze, konkrete Hilfen in kleinen Schritten zu erstellen wie zum Beispiel Leitfragen, Merksätze, Beispiele oder gestufte Tipps statt langer Erklärtexte. Gute Förderhinweise sind handlungsorientiert („Prüfe zuerst …“, „Markiere …“, „Vergleiche …“). Legen Sie in Ihrem Prompt das Lernziel und das vermutete Problem (zum Beispiel „verwechselt Haupt- und Nebensatz“) fest, geben Sie aber keine personenbezogenen Daten ein. Weniger ist hier oft mehr: lieber eine gezielte Hilfe als fünf unstrukturierte Vorschläge.

Hilfreich ist KI dort, wo sie den Einstieg erleichtert, das Verständnis unterstützt oder Überarbeitung verbessert. Zu viel wird es, wenn Lernende kaum noch selbst entscheiden, formulieren oder begründen müssen. Eine gute Faustregel: KI darf unterstützen, aber nicht den zentralen Denk- und Lernschritt vollständig übernehmen. Das lässt sich durch klare Rollen regeln (KI als Ideengeber, Erklärhilfe, Hilfe für Feedback) und durch dokumentierte Eigenleistung absichern.

Für leistungsstarke Lernende eignet sich KI besonders für Vertiefung, Wechsel der Perspektive und komplexe Problemlagen. Sie können zum Beispiel Gegenargumente zusammenstellen, Fachtexte vergleichen, schwierigere Transferaufgaben entwickeln oder Ausgaben der KI kritisch prüfen und verbessern. Auch das Erstellen eigener Prompts, Materialien oder Erklärhilfen für andere Lernende kann ein anspruchsvoller Lernauftrag sein. Wichtig ist, dass KI nicht nur beschleunigt, sondern echte kognitive Herausforderung bietet.

Prüfen Sie KI-generierte Materialien immer vor deren Einsatz, besonders bei Fachbegriffen, Beispielen, Zahlen und Aufgabenlösungen. Achten Sie zusätzlich auf Ton, Wortschatz, Komplexität und mögliche unangemessene Inhalte. Hilfreich ist eine kurze interne Checkliste: fachlich korrekt, sprachlich passend, didaktisch sinnvoll, altersgerecht, diskriminierungsfrei.

Sobald die Grundkompetenzen stehen, kann KI den Lernprozess der Lernenden selbst begleiten. Sinnvolle Einsatzformen wären beispielweise:

  • Rückfragen stellen: Lernende fordern KI auf, eine Stelle noch einmal anders zu erklären, ein Beispiel zu geben oder einen Begriff zu erklären.
  • Hinweise statt Lösungen: KI gibt Tipps zum nächsten Schritt, ohne die Aufgabe zu lösen.
  • Entwürfe überarbeiten: Lernende stellen ihre eigene Lösung dem Kommentar der KI gegenüber und entscheiden selbst, was sie übernehmen.
  • Ergebnisse prüfen: Der eigene Text oder die eigene Rechnung wird mittels KI auf Schwächen hin durchgesehen, die Behebung erfolgt durch die Lernenden.

Dafür gelten klare Rahmenbedingungen. Vor der Aufgabe legen Sie fest, ob und wie KI verwendet werden darf, und die Nutzung wird dokumentiert. Entscheidend ist, dass KI die wesentlichen Denk- und Arbeitsschritte nicht übernimmt. Sonst fehlt genau der Lerneffekt, auf den die Aufgabe abzielt.

4. Leistungsbewertung, Eigenleistung und Umgang mit KI bei Arbeiten von Schülerinnen und Schülern

Lassen Sie den Arbeitsprozess dokumentieren, zum Beispiel mit dem endgültigen Prompt, kurzen Zwischennotizen, drei bis fünf Quellen mit Datum, Entwurfsversion und Endversion sowie einer Reflexion, in der die Schülerinnen und Schüler erklären, was sie geändert haben und warum. Ebenso legen die Schülerinnen und Schüler offen, was von ihnen stammt und was von der KI.

Die Echtheit kann mit einem kurzen mündlichen Check und einer kleinen Transferaufgabe abgesichert werden. Bewertet werden Produkt und Prozess nach Fachlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Quellenarbeit, Überarbeitung, Reflexion und Eigenanteil.
 

Hier ist wichtig, bereits im Vorfeld klar zu regeln: Für welche Einsatzszenarien erlauben Sie als Lehrperson die Nutzung von KI (zum Beispiel Ideensammlung, Gliederung) und wo ist deren Einsatz nicht gestattet (fertigen Text generieren lassen)? Bewertungsraster mit Kriterien für Eigenanteil, Quellenarbeit, Überarbeitung und Reflexion können unterstützen, ebenso wie stichprobenartige kurze Gespräche oder Kurzinterviews zum Produkt.

Künstliche Intelligenz kann Lernstände derzeit nicht zuverlässig und eigenständig prüfen. Sie kann Sie aber gut dabei unterstützen, wenn es um die Vorbereitung und Strukturierung von Leistungsüberprüfungen geht. Nutzen Sie KI zum Beispiel, um Ideen für Aufgaben zu erzeugen, Vorschläge für Bewertungskriterien zu entwerfen oder Multiple-Choice-Fragen mit passenden Distraktoren zu erstellen. Das spart Zeit und eröffnet neue Perspektiven auf die Aufgabenstellung.

Die Bewertungshoheit muss aber immer bei Ihnen als Lehrperson bleiben, denn KI kann weder die individuellen Lernvoraussetzungen noch den Kontext einer Klasse vollständig erfassen. Verwenden Sie die KI-Vorschläge daher nur als Hilfsmittel für formative Rückmeldungen.

Sinnvoll ist eine vielfältige Mischung von Prüfungsformen, mündlich, praktisch und schriftlich, damit unterschiedliche Kompetenzen sichtbar werden. Auf diese Weise bleibt die Beurteilung fair, menschlich und pädagogisch verantwortungsvoll, während KI gezielt zur Entlastung und Inspiration beiträgt.

Einen abgegebenen Text als KI-generierten Text zu identifizieren ist nicht zu 100 Prozent möglich. KI-generierte Texte weisen zwar grundsätzlich eine gewisse Struktur und teilweise gewisse Merkmale auf, aber auch das lässt sich mit einem Prompt entsprechend ändern. Schülerinnen und Schüler wissen mitunter gut, wie sie den Text eines Chatbots so verfassen lassen, dass diese nicht sofort als KI-generierte Texte ersichtlich sind. Viele Schulen setzen deshalb auf Dokumentation des Arbeitsprozesses. Hilfreich ist, wenn Lernende ihre Prompts, Zwischenschritte und Änderungen mit abgeben und eine kurze Reflexion verfassen, welche Anteile von ihnen stammen und was KI zu ihrem Arbeitsergebnis beigetragen hat. Ein kurzes Gespräch oder eine kleine Transferaufgabe (zum Beispiel „Erkläre in 2 Minuten den wichtigsten Punkt deiner Arbeit“) zeigt ebenfalls, ob das Wissen echt ist.
Automatische Detektoren für KI sind nicht immer zuverlässig und sollten nicht das Mittel erster Wahl sein.

Der Fokus sollte darauf liegen, Aufgaben so zu gestalten, dass KI als Hilfsmittel und Unterstützung dient, nicht aber die Leistung der Schülerinnen und Schüler vollständig übernimmt. Sinnvoll ist es, den Prozess mitzudokumentieren, zum Beispiel durch Entwürfe, Quellenangaben oder Zwischenergebnisse. Bei Hausübungen helfen schnelle Transferaufgaben wie „Erkläre die Lösung mit eigenen Worten“ oder „Gib ein Beispiel aus deinem Alltag“.
Transparente Regeln helfen: Was ist erlaubt (Ideen, Hilfen, Erklärungen)? Was nicht (fertige Texte)?
 

Es sollte immer eine Alternative ohne KI geben. Schülerinnen und Schüler, die keinen Zugang zu einem KI-Tool haben oder aus persönlichen Gründen kein KI-Werkzeug verwenden möchten, dürfen dadurch keinen Nachteil haben. Eine gängige Lösung ist die Wahlmöglichkeit: „Du kannst KI nutzen, musst es aber nicht. Dokumentiere in beiden Fällen deinen Arbeitsweg.“
Im Unterricht selbst sollten KI-Werkzeuge immer unter Aufsicht eingesetzt werden.

Praktisch ist ein kurzes, standardisiertes Protokoll statt langer Dokumentationen. Es kann enthalten:

  • verwendetes Tool
  • Zweck der Nutzung (zum Beispiel Ideenfindung)
  • 1-3 zentrale Prompts
  • wichtige Änderungen am Ergebnis und
  • kurzer Reflexionssatz zum Eigenanteil

Bei größeren Arbeiten können Screenshots oder Promptverläufe ergänzt werden. So bleibt der Aufwand überschaubar und die Nutzung wird transparent.

Ein gutes Raster bewertet nicht nur das Endprodukt, sondern auch den Prozess. Typische Kriterien können sein:

  • fachliche Richtigkeit
  • Aufgabenbezug
  • Eigenanteil
  • Quellenangaben/Belegführung
  • Qualität der Überarbeitung
  • Nachvollziehbarkeit der Nutzung von KI
  • Reflexion

Je nach Gegenstand können Sprache, Gestaltung oder Weg der Problemlösung ergänzt werden. Wichtig ist, dass vorab klar ist, welche Nutzung von KI erlaubt ist und wie sie in die Bewertung einfließt.

Erlaubte Unterstützung liegt vor, wenn KI zum Verstehen, Strukturieren, Üben oder Überarbeiten genutzt wird und die Lernenden die inhaltliche Verantwortung übernehmen. Unzulässig wird es, wenn KI den wesentlichen Anteil der Leistung erzeugt und dies als eigene Arbeit ausgegeben wird. Entscheidend sind Transparenz, Eigenleistung und Bezug zur Aufgabenstellung. Hilfreich sind klare Regeln, Beispiele („erlaubt/nicht erlaubt“) und eine verpflichtende Dokumentation.

Setzen Sie auf Aufgaben mit persönlichem Bezug, Transfer, Begründung und Anwendung auf bekannte Unterrichtsinhalte. Verbinden Sie schriftliche Produkte mit kurzen mündlichen Erklärungen oder dem Beschreiben von Zwischenständen. Lassen Sie Arbeitsschritte sichtbar machen (Entwurf, Überarbeitung, Reflexion), und betrachten Sie nicht nur das Endergebnis. So wird deutlich, was Lernende verstanden und selbst geleistet haben.

Wirksam sind kurze Fachgespräche, Minipräsentationen, spontane Rückfragen oder kleine Transferaufgaben direkt im Unterricht. Auch praktische Anwendungen (zum Beispiel Rechenweg zeigen, Experiment erklären, Textstelle begründen) machen Verständnis sichtbar. Sie helfen, Produkt und tatsächliche Kompetenz fair zusammenzuführen.

KI kann erste Rückmeldungen zu Struktur, Verständlichkeit, Vollständigkeit oder sprachlicher Qualität geben und passende Übungsschritte vorschlagen. Die Lehrperson bleibt aber verantwortlich für fachliche Einordnung, individuelle Förderung und faire Beurteilung. Sinnvoll ist daher, KI als Ergänzung der eigenen Einschätzung, und nicht als finale Bewertung einzusetzen. Achten Sie bei der Nutzung auf die datenschutz- und urheberrechtskonforme Anwendung der KI-Werkzeuge.

5. Qualitätssicherung, Halluzinationen und Quellenprüfung

Achten Sie darauf, dass zu zentralen Aussagen Quellen und nachvollziehbare Belege vorliegen, und dass Autorin bzw. Autor, Datum und Zweck erkennbar sind. Geben Sie, wenn verfügbar, konkrete Links an, auf die KI zurückgreifen soll, oder legen Sie selbst eine klare Materialbasis vor, zum Beispiel ein Skript oder OER (Open Educational Resource) – beachten Sie dabei jedenfalls das Urheberrecht. Fordern Sie eine kurze Selbstprüfung ein, in der Unsicherheiten und offene Fragen aufgelistet werden, und formulieren Sie danach gemeinsam eine präzisere Fassung. Prüfen Sie wichtige Punkte mit einer zweiten Quelle wie einem aktuellen Lehrbuch, einer hochwertigen OER oder einer seriösen Website und halten Sie fest, was bestätigt wurde und wo Sie korrigiert haben. So entsteht Schritt für Schritt eine belastbare Antwort, die belegt, transparent und überprüfbar ist.

KI-Systeme lernen aus Daten, die Menschen erstellt haben. Enthalten diese Daten Verzerrungen, übernimmt KI sie. Das zeigt sich etwa, wenn Berufe, Rollen oder Leistungen bestimmten Gruppen zugeordnet werden. Auch Bild-KI erzeugt mitunter stereotype Darstellungen.

Für den Unterricht folgt daraus:

  • Kritisch überprüfen statt übernehmen: Prüfen Sie KI-generierte Ergebnisse darauf, ob Personen oder Gruppen einseitig dargestellt werden, etwa nach Geschlecht, Herkunft oder Sprache.
  • Verzerrung zum Lernanlass machen: Eine stereotype Antwort ist ein guter Anlass, mit der Klasse zu besprechen, wo solche Darstellungen herkommen und warum sie problematisch sind.
  • Werkzeuge bewusst wählen: Bei der Auswahl einer Anwendung ist zu klären, wie der Anbieter mit Verzerrungen umgeht. Gute Anbieter beschreiben, wie sie Bias in ihren Systemen steuern.

So entsteht aus einer Schwäche der KI ein Beitrag zur Medienbildung. Lernende erkennen, dass Technik nie neutral ist.

Lassen Sie sich zu jeder KI-generierten Aussage eine konkrete Quelle mit Autorin bzw. Autor, Datum und Herkunft nennen. Wenn die KI-Ausgabe Links liefert, sollten diese überprüft werden. 
Eine kurze Selbstprüfung der Lernenden („Was war unsicher? Wo musstest du nachschlagen?“) macht Fehler sichtbar.

Führen Sie eine einfache Prüfroutine ein, die immer gleich abläuft:

  • Inhalt prüfen
  • Quelle prüfen
  • Sprachlichen Ausdruck prüfen
  • Bezug zur Aufgabe prüfen

Lassen Sie Lernende kennzeichnen, was sicher, unsicher oder zu prüfen ist. Arbeiten Sie anfangs mit kurzen Beispielen und bewusst fehlerhaften Antworten von KI. So lernen die Schülerinnen und Schüler, dass Ergebnisse einer KI Arbeitsgrundlagen sind, aber keine letztendliche Wahrheit.

Für Anfängerinnen und Anfänger reicht eine kurze Checkliste in vier Schritten:

  1. Stimmen zentrale Begriffe und Fakten?
  2. Ist die Antwort vollständig und passt sie zur Frage?
  3. Gibt es konkrete Quellen oder Belege?
  4. Kann ich mindestens einen wichtigen Punkt mit weiteren Quellen bestätigen?

Zusätzlich hilft die Frage: „Klingt das Ergebnis nur gut oder ist es auch nachweisbar richtig?“ Diese Routine ist leicht einzuüben und stärkt Quellenkritik.

Dies bietet die Gelegenheit für einen gemeinsamen Lernanlass. Machen Sie den Fehler sichtbar, analysieren Sie gemeinsam, warum die Antwort plausibel wirkt und zeigen Sie, wie man sie prüft und berichtigt. So wird aus einer falschen KI-generierten Antwort eine Übung in Medienkritik. Wichtig ist dabei die Botschaft: Fehler sind nicht peinlich, sondern Teil des Lernprozesses, auch bei der Nutzung von KI.

Formulieren Sie dies ausdrücklich im Prompt, zum Beispiel mit der Aufforderung, Annahmen, Unsicherheiten und offene Fragen getrennt auszuweisen. Hilfreich ist auch die Anweisung, nur gesicherte Aussagen zu machen und Unsicherheit mit „nicht sicher“ zu kennzeichnen. Zusätzlich können Sie verlangen, dass die Antwort in „gesichert / prüfen / unklar“ strukturiert werden soll. Das reduziert Halluzinationen zwar nicht vollständig, kann aber Unsicherheit sichtbarer machen.

6. Tools, Plattformen und schulische Freigabe

Wichtige Fragen betreffen

  • Datenschutz (Wo werden Daten verarbeitet? Werden Eingaben gespeichert oder für Training genutzt?)
  • Benutzerkonten (Ist die Nutzung ohne Konto oder mit Pseudonymen möglich?) 
  • Administration (Kann die Schule Zugriffe steuern und protokollieren?)

Ebenso wichtig sind Altersfreigaben, Nutzungsbedingungen, Filter für Inhalte, Support und Kostenmodell. Pädagogisch sollte geklärt werden, welche Funktionen schulisch sinnvoll sind und wie Lehrkräfte geschult werden. Eine kleine Prüfliste hilft, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.

Verbote allein lösen das Problem meist nicht. Sinnvoller ist ein transparenter Übergang am Schulstandort, der in drei Schritten verläuft.

  1. Bestandsaufnahme: Die Schulleitung erhebt, welche KI-Werkzeuge im Kollegium bereits im Einsatz sind und wofür sie genutzt werden.
  2. Klare Mindestregeln: Für den Übergangszeitraum werden verbindliche Grundregeln festgelegt. Dazu zählen vor allem der Umgang mit personenbezogenen Daten und die Pflicht, KI-Ergebnisse vor der Verwendung fachlich und didaktisch zu prüfen.
  3. Geprüfte und freigegebene Anwendungen: Der Schulstandort einigt sich auf eine Liste von Anwendungen, die für den schulischen Einsatz geprüft und freigegeben sind. Neue Werkzeuge durchlaufen eine Vorprüfung, bevor sie aufgenommen werden.

Eine einheitliche Linie ist auch eine Frage der Rechtssicherheit. Es soll nicht die Aufgabe jeder einzelnen Lehrperson sein, für jedes Werkzeug selbst den AI Act, die Datenschutzgrundverordnung und das Urheberrecht zu prüfen. Vorprüfung und Abstimmung am Schulstandort entlasten das Kollegium und entsprechen dem Grundsatz der KI-Strategie des BMB, wonach an Schulen ausschließlich geprüfte und freigegebene Anwendungen zum Einsatz kommen. 

Warum manche Werkzeuge kritisch zu sehen sind (zum Beispiel offene Fragen des Datenschutzes oder eine zu große Abhängigkeit von einzelnen Anbietern) sollten Lehrkräfte gleichwohl verstehen. Die Freigabe eines Werkzeugs ersetzt weder dieses Verständnis noch die pädagogische Verantwortung der Lehrperson. Ziel bleibt eine gemeinsame, praktikable Linie statt uneinheitlicher Einzellösungen.

Angesichts des kurzlebigen und einem stetigen Wandel unterzogenen Markt an KI-Anwendungen ist eine abschließende Auflistung geeigneter Tools nicht zielführend. Die zentrale Freigaben oder Beschaffung einzelner benötigter KI-Tools nach erfolgter Prüfung für den gesamten Schulstandort schafft eine höhere Effizienz und Rechtssicherheit, als wenn jede Lehrperson einzeln die geltenden regulatorischen Vorgaben recherchieren muss.

Grundsätzlich obliegt es der jeweiligen Schulleitung für ihren Standort zu bestimmen, in welchem Ausmaß KI-Tools zum Einsatz kommen. Ein gesamtheitliches Verbot führt meistens zum unerwünschten Ergebnis der Etablierung einer „Schatten -IT / KI“ durch die unkontrollierbare Nutzung privater KI-Tools ohne jeglichen regulatorischen Rahmen.

Bewährt hat sich ein Vergleich anhand von vier Bereichen:

  • Pädagogischer Nutzen: Unterstützt das Tool Lehr- und Lernprozesse (zum Beispiel Differenzierung, Feedback)? Bleibt die fachliche Verantwortung und Leistungsbeurteilung bei der Lehrkraft? Fördert es die KI-Kompetenz (zum Beispiel Quellenkritik)?
  • Datenschutz/Verträge: Ist das Tool DSGVO-konform und durch die Schule freigegeben? Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)? Wird sichergestellt, dass Daten von Schülerinnen und Schülern nicht zum Training der KI genutzt werden? Welche KI-Modelle kommen zum Einsatz? Erfolgt das Hosting der Daten innerhalb der EU oder gibt es hinreichende Garantien für den Datentransfer in datenschutzrechtliche Drittländer (zum Beispiel USA)?
  • Technische Bedienbarkeit: Ist das System stabil und barrierearm? Können Rollen und Berechtigungen (zum Beispiel für Lehrkräfte und Lernende) getrennt verwaltet werden? Werden KI-Inhalte transparent gekennzeichnet?
  • Kosten: Steht der pädagogische Mehrwert im Verhältnis zu den Kosten? Gibt es etwaige zentrale Lizenzen? Ist die vorhandene Schul-Infrastruktur (Hardware/Bandbreite) ausreichend?

Pädagogische Nutzungsszenarien wären zum Beispiel Differenzierung, sprachliche Unterstützung, Qualität der Ergebnisse und Einsatzmöglichkeiten im Fach.

7. Datenschutz, Geräteregeln und rechtlicher Rahmen

Das ist möglich, deshalb dürfen keine Namen, Fotos, Noten oder persönlichen Erlebnisse eingegeben werden. Auch indirekt personenbezogene Informationen sollten vermieden werden.
Bei schulisch verwalteten Tools (zum Beispiel fobizz) werden Eingaben anonymisiert und nicht zum Training von KI-Modellen eingesetzt. Bei privaten Accounts wäre dies nicht gewährleistet.

Am besten mit einer einfachen Grundregel: „Alles, was du nicht öffentlich an die Tafel schreiben würdest, gibst du nicht in ein KI-Tool ein.“ Ergänzen Sie das mit wenigen Beispielen (Name, Foto, Angaben zu Schulnoten oder Privatleben = nein) und erlaubten Alternativen (fiktive Namen, allgemeine Beschreibungen). Eine kurze Merkliste kann im Alltag helfen. Verständlich wird es besonders dann, wenn die Regeln direkt an typische Unterrichtssituationen gekoppelt sind.

Der EU AI Act adressiert in erster Linie Anbieter und Betreiber von KI-Systemen und nicht die einzelnen Lehrpersonen. Trotzdem entsteht für Schulen und Lehrpersonen eine Verantwortung in der Anwendung, besonders dort, wo KI-Anwendungen bewusst im Unterricht eingesetzt werden oder Lernende damit arbeiten – auch mit Blick auf die dafür benötigten Kompetenzen.

Konkret bedeutet das für Sie als Lehrperson:

Nur vertrauenswürdige KI-Werkzeuge einsetzen.

Verwenden Sie Programme, die DSGVO-konform sind und idealerweise eine europäische oder schulische Datenverarbeitung gewährleisten. Vermeiden Sie Anwendungen ohne klare Datenschutzangaben oder solche, die Daten von Schülerinnen und Schülern speichern oder Profile erstellen.

Transparenz herstellen.

Wenn Sie KI einsetzen, nennen Sie offen, welches Werkzeug Sie nutzen und zu welchem Zweck. Lernende sollten verstehen, wann und wie KI beteiligt war, etwa bei der Ideenfindung, Textüberarbeitung oder Bildgenerierung.

Keine sensiblen oder personenbezogenen Daten eingeben.

Dazu zählen Namen, Fotos, Gesundheitsdaten, Noten oder persönliche Erlebnisse von Schülerinnen und Schülern. Solche Eingaben gelten als klare No-Gos. Sie verstoßen damit sowohl gegen die DSGVO als auch gegen die Grundprinzipien des AI Acts.

Verantwortung und Eigenleistung sichern.

Dokumentieren Sie den Lernprozess: Lassen Sie sich zum Beispiel Prompts und Ausgaben der KI mitabgeben und betonen Sie, dass Lernprodukte immer einen Eigenanteil der Schülerinnen und Schüler enthalten müssen.

KI kritisch und reflektiert nutzen.

Fördern Sie ein Bewusstsein für Chancen und Grenzen von KI. Thematisieren Sie Halluzinationen, Quellenkritik und den Unterschied zwischen Hilfe und Übernahme.

Entscheidend sind zwei Fragen. Erstens, ob die Anwendung für die Schule freigegeben oder lizenziert ist. Zweitens, um welche Art von Daten es geht. Daraus lassen sich folgende Regeln ableiten.

  • Vorzugsweise freigegebene oder lizenzierte Anwendungen verwenden: Private/freie KI-Apps wie ChatGPT, Snapchat-KIoder Smartphone-Assistenten speichern Eingaben und können daraus Profile erstellen. Für den Unterricht sind sie nur unter Aufsicht und ohne schutzbedürftige Angaben einzusetzen.
  • Daten nach Art der Anwendung auswählen: In freie Anwendungen gehören keine personenbezogenen Daten, also zum Beispiel keine Namen, Fotos, Schulnoten oder persönlichen Erfahrungen. In schulisch lizenzierten Anwendungen ist die Eingabe personenbezogener Daten grundsätzlich zulässig, sofern eine Rechtsgrundlage besteht und nur die unbedingt erforderlichen Daten verwendet werden (Prinzip der Datenminimierung). Besondere Datenkategorien wie Gesundheitsdaten oder religiöse Überzeugungen dürfen nie mittels KI verarbeitet werden.
  • Keine privaten Konten für Lernende unter 14 Jahren: Ein eigener Account ist in Österreich erst ab 14 Jahren zulässig. Wo möglich, wird mit Pseudonymen gearbeitet.
  • Promptverlauf auf Wunsch vorzeigen können: Das schafft Transparenz und verhindert verdeckte Nutzung.
  • Antworten der KI kritisch prüfen: Die Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig angeleitet, Quellen und Inhalte zu hinterfragen.

Solche Regeln geben Orientierung und machen den Einsatz von KI im Unterricht deutlich sicherer.

Nicht eingegeben werden sollten Namen, Fotos, Adressen, Kontaktdaten, Noten, Verhaltensdaten, Angaben zur Gesundheit, Förderbedarf, familiäre Situation oder andere Angaben, durch die Personen direkt oder indirekt identifizierbar sind. Auch Kombinationen aus augenscheinlich harmlosen Angaben können ermöglichen, dass Personen identifiziert werden (zum Beispiel Klasse, Alter, besondere Lebenssituation). Bei Unsicherheit gilt: lieber anonymisieren oder weglassen. Für Unterrichtszwecke sollten Beispiele möglichst neutral und fiktiv formuliert werden.

Personenbezogen: (Beispiele, nicht abschließend) 
Namen, Fotos, Adressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Sozialversicherungsnummern, IP-Adressen.

Sensibel / besondere Datenkategorien: (Beispiele, nicht abschließend) 
Gesundheitsdaten, psychische Belastungen, Förderbedarf, soziale Lage, religiöse Zugehörigkeit oder Migrationsgeschichte.

Grundregel: Im Zweifelsfall wo es möglich ist immer anonymisieren oder fiktive Beispiele verwenden, nur so wenige Daten wie nötig preisgeben.

Mindestens enthalten sein sollten:

  • Regeln für Alter und Benutzerkonten
  • Regelung zu personenbezogenen Eingaben
  • Zweckbindung (nur für Unterrichtszwecke)
  • Regeln zur Dokumentation der Nutzung von KI und
  • Grundsätze zur Bewertung.

Zusätzlich sinnvoll können Hinweise zu Quellenprüfung, Bildnutzung/Urheberrecht, Gerätenutzung (Tablet/Smartphone) und Zuständigkeiten in der Schule sein. Die Regelung sollte kurz, verständlich und praktisch umsetzbar sein. Ergänzend kann ein Informationsblatt für Erziehungsberechtigte helfen.

Beim Vorzeigen durch die Lehrkraft bleibt die Nutzung stärker kontrolliert, weil kein individueller Zugang für Schülerinnen und Schüler nötig ist und Eingaben gezielt gesteuert werden können. Bei aktiver Nutzung durch Lernende entstehen zusätzliche Anforderungen, etwa zu Accounts, Altersgrenzen, Aufsicht, Datenschutz und schulischen Freigaben. Deshalb ist der rechtliche und organisatorische Aufwand bei Nutzung durch Schülerinnen und Schüler höher. In beiden Fällen gilt: keine personenbezogenen Daten eingeben und nur geeignete, freigegebene Tools verwenden.

8. KI-generierte Bilder, Urheberrecht und Nutzung in Referaten/Präsentationen

Ja, aber Nutzungsrechte müssen zuvor geprüft werden. Viele KI-generierten Bilder sind nutzbar, trotzdem: Quelle/Anwendung nennen, Prompt dokumentieren, bei fremden Bildern auf Lizenzen achten (zum Beispiel CC). 

Wichtig: Keine Logos/Marken nachbauen lassen.

Ja, unter folgenden Bedingungen:
Die Nutzungsrechte des jeweiligen Anbieters prüfen (oft für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt).

Kennzeichnungspflicht:
Quelle und ggf. den verwendeten Prompt angeben. z. B. „KI-Inhalte“ oder „Durch Verwendung künstlicher Intelligenz erstellt.“

Vorsicht bei Fremdinhalten:
Keine urheberrechtlich geschützten Bilder hochladen oder ohne Lizenz (zum Beispiel Creative Commons) verwenden. Marken und Logos nicht imitieren.

Sinnvoll ist eine einfache, einheitliche Kennzeichnung direkt auf der Folie oder im Quellenverzeichnis. Mindestangaben sollten sein:

  • verwendetes Tool (zum Beispiel Name des Dienstes)
  • kurzer Prompt bzw. Beschreibung der Eingabe (wenn gewünscht)
  • Datum der Erstellung und – falls verwendet –
  • die Quelle eines Ausgangsbildes oder einer Vorlage.

Wurde das Bild nachbearbeitet, sollte auch das kurz angegeben werden (zum Beispiel Zuschnitt, Beschriftung, Farbänderung). So wird transparent, wie das Bild entstanden ist, und die Präsentation bleibt nachvollziehbar und fair bewertbar.

Achten Sie auf mögliche Verletzungen von Persönlichkeitsrechten, Markenrechten oder problematische Inhalte (zum Beispiel diskriminierende, manipulative oder täuschende Darstellungen). Kritisch sind auch Bilder, die reale Personen, Logos oder geschützte Designs nachahmen. Prüfen Sie zusätzlich die Nutzungsbedingungen des verwendeten Tools. Im Zweifel gilt: Bild nicht verwenden oder durch ein unkritisches Alternativbild ersetzen.

Echte oder lizenzierte Bilder sind oft besser, wenn es um dokumentarische Genauigkeit, historische Ereignisse, reale Orte, Experimente oder verlässliche Darstellung geht. Eigene Zeichnungen sind sinnvoll, wenn Lernende Inhalte wirklich durchdringen und selbst visualisieren sollen. KI-generierte Bilder eignen sich für Visualisierungsideen, kreative Annäherungen oder symbolische Darstellungen.

Bewertet werden sollte vor allem die fachliche Qualität der Präsentation, nicht die bloße technische Produktion von Abbildungen. KI-generierte Bilder können als Gestaltungsmittel berücksichtigt werden, aber nicht als Ersatz für Recherche, Struktur und Verständnis. Wichtig ist Transparenz: Anwendung nennen, Nutzung kennzeichnen und ggf. Prompt dokumentieren. So konzentriert sich die Bewertung auf die Kompetenzen der Lernenden.

9. Schulentwicklung, Kollegium, Elternarbeit und Kompetenzaufbau

Ein erster Schritt könnte ein kompakter Leitfaden sein, der auf einer Seite übersichtlich zusammenfasst, welche Anwendungen erlaubt sind, welche Altersgrenzen zu beachten sind und welche Eingaben aus Datenschutz- oder Ethikgründen tabu sind. Ergänzend dazu bieten sich fachspezifische Vorlagen für Prompts an, die Lehrpersonen dabei helfen, KI gezielt für Unterrichtsplanung, Übungsaufgaben oder kreative Schreibprozesse zu nutzen.

Hilfreich sind außerdem beispielhafte Bewertungsraster und konkrete Beispielaufgaben, die zeigen, wie Lernprodukte, Reflexionen oder KI-gestützte Beiträge fair und transparent bewertet werden können.

So entsteht ein klarer, schulinterner Orientierungsrahmen, der Sicherheit schafft, Kompetenzen fördert und den Umgang mit KI im Unterricht Schritt für Schritt professionalisiert.

Gut bewährt haben sich kurze Fortbildungen mit zwei Bausteinen:

  1. Grundregeln (Datenschutz, Altersgrenzen, typische Risiken)
  2. Praktische Beispiele aus dem eigenen Unterricht

Hilfreich ist auch ein gemeinsamer Ordner mit Prompts, Vorlagen, Bewertungsrastern und Unterrichtsideen. Wenn es ein schulinternes Ansprechteam gibt, fällt der Einstieg leichter.

Wichtig ist, dass man dem Kollegium deutlich macht, dass es sich bei KI nicht einfach nur um einen momentanen Trend handelt, sondern dass KI zu einer Transformation in der Arbeitswelt führt und KI-Werkzeuge bereits seit längerer Zeit von den Schülerinnen und Schülern tagtäglich verwendet werden.

Wichtig sind vier Bereiche:

  • Quellenkritik: Wie überprüfe ich KI-generierte Aussagen?
  • Prompting: Wie stelle ich Fragen verständlich?
  • Überarbeitung: Wie verbessere ich mittels KI erstellte Rohfassungen?
  • Reflexion: Was habe ich selbst beigetragen?

Diese Kompetenzen und Fähigkeiten können fächerübergreifend und schrittweise aufgebaut werden.

Als Orientierung dient außerdem das AILit Framework von OECD und Europäischer Kommission.

Diese Standards schaffen Sicherheit für Lehrkräfte, Lernende und Eltern. Wichtig ist, dass sie einfach formuliert und schulweit bekannt sind.

  • Umgang mit personenbezogenen Daten: Keine Eingabe personenbezogener / sensibler Daten bzw. Unterscheidung zwischen lizenzierten / durch die Schule oder zentral geprüften Anwendungen und frei verfügbaren privaten Anwendungen.
  • Whitelist: Festlegung erlaubter Anwendungen.
  • Aufgabengestaltung: Definition, wann KI als Hilfsmittel (zum Beispiel Ideengeber) und wann sie verboten ist (zum Beispiel bei Prüfungen).
  • Dokumentationspflicht: Vorgaben zur Kennzeichnung von KI-Inhalten und Speicherung von Prompts, klare Regeln zur Nutzung von KI in Aufgaben und transparente Bewertungskriterien.
  • Standards: Einheitliche Regeln zu KI-generierten Bildern (Deepfakes) und der Überprüfung von Quellen.

Transparenz hilft. Erklären Sie:

  • wofür KI eingesetzt wird
  • welche Daten nicht eingegeben werden
  • dass keine Konten von Schülerinnen und Schülern verwendet werden

Starten Sie klein: Beispielsweise mit einem Einseiter als Mindeststandard statt mit einem langen Konzeptpapier. Definieren Sie zuerst nur die wichtigsten Punkte (erlaubte Anwendungen, Datenschutz, Altersregeln, Dokumentation, Bewertung) und ergänzen Sie später Beispiele. Hilfreich ist ein kleines Team aus interessierten Lehrkräften und Schulleitung. So entsteht schrittweise ein tragfähiger Leitfaden, der im Alltag nutzbar bleibt.

Am besten mit einer zentralen, leicht zugänglichen Ablage (zum Beispiel Schulcloud/Teamordner) und einer einfachen Struktur nach Unterrichtsgegenständen, Schulstufen und Einsatzarten. Jede Vorlage sollte kurz beschrieben sein: Ziel, Fach, Dauer, Voraussetzungen, erprobte Hinweise. Starten Sie mit wenigen, guten Beispielen statt mit einer großen ungeprüften Sammlung. Regelmäßige Aktualisierung und kurze Rückmeldungen aus der Praxis erhöhen die Qualität.

Ein kurzes, verständliches Informationsblatt oder ein Elternbrief sind meist ausreichend. Darin sollte stehen, wofür KI eingesetzt wird, welche Daten nicht eingegeben werden, welche Anwendungen genutzt werden dürfen, und dass es auch Alternativen gibt. Wichtig ist auch die pädagogische Begründung: KI wird nicht als Selbstzweck, sondern zur Förderung von Medienkompetenz, Quellenkritik und reflektiertem Arbeiten eingesetzt. Transparenz reduziert Unsicherheit und stärkt Vertrauen.

Unterschiedliche Haltungen sind normal und sollten offen besprochen werden. Hilfreich ist ein gemeinsamer Rahmen mit Mindeststandards, der sowohl vorsichtige als auch erfahrene Kolleginnen und Kollegen mitnimmt. Statt Druck wirken praxisnahe Beispiele, kollegialer Austausch und freiwillige Erprobung oft besser. Ziel ist nicht sofortige Einheitlichkeit in allem, sondern ein verantwortungsvoller gemeinsamer Grundkonsens.

Überprüfen lässt sich das durch regelmäßige Reflexion mit einfachen Kriterien: 

  • Unterstützt KI tatsächlich das Lernen?
  • Werden Kompetenzen aufgebaut?
  • Greifen Regeln zu Datenschutz, Dokumentation und Bewertung?

Sinnvoll sind kurze Rückmeldungen durch Kolleginnen und Kollegen bzw. Schülerinnen und Schülern, Beispiele aus dem Unterricht und eine regelmäßige Anpassung des Leitfadens. So wird die Nutzung von KI nicht nur eingeführt, sondern auch qualitätsgesichert weiterentwickelt.